Armenien: Hitze, Berge und Zwangspause !!!

Nachdem wir ungewollt noch am späten Abend von Georgien nach Armenien über die Grenze eingefahren sind und hier in unserer ersten Nacht heftigen Regen hatten, empfing uns der nächste Morgen mit strahlenden Sonnenschein und vielen Kühen. Die umliegenden Bauern, trieben hier im Morgengrauen, die Kühe direkt an unserem Zelt vorbei. Das war ein wenig beängstigend, da durch die tief stehende Sonne, die Kühe als riesengroße Schatten an unserem Zelt vorbeimarschierten. Wir dachten jedenfalls hoffentlich rennt hier keine von den fast 50 Kühen durchs Zelt.

Nach kurzem Frühstück ging es dann auf einer geraden Straße auf dem Hochplateau auf ca. 2000m mit wunderschöner Landschaft unsere ersten Kilometer durch Armenien. Die Landschaft hier ähnelte natürlich sehr der von Georgien, wurde aber umso tiefer wir kamen deutlich karger und nicht mehr ganz so grün.

Um hier einzukaufen, brauchten wir natürlich Geld. So gings im ersten größeren Ort in die örtliche Bank, da wir noch unser Georgisches Geld umtauschen wollten. Wir waren natürlich zu früh dran und mussten noch ein wenig warten, bis die Bank öffnete. Wir zogen natürlich gleich alle Blicke auf uns und so dauerte es nicht lange, das die  anwesenden Bankangestellten sich um uns versammelten. Sie waren natürlich total begeistert von unserem Trip. Die Jungs wollten alles wissen, einer von ihnen sprach ein wenig Englisch und so konnten wir das ein oder andere verständlich erklären. Wir bekamen dann von ihnen sogar noch Obst und Früchte geschenkt und Sie bestanden darauf das wir das Bild mit ihnen auf unserem Blog hochladen. Jetzt erklären sich auch die vielen Website Aufrufe aus Armenien, sie warten schon !!!

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Die Jungs von der Acba-Credit-Agricole-Bank

Unsere Fahrt ging dann weiter, langsam bergab, jedoch mit viel Gegenwind. Das Wetter war kühl und angenehm. Wir mussten sogar Zeitweise die Jacken rausholen. Aber das mit dem Wetter sollte sich im späteren Verlauf unserer Fahrt durch Armenien noch ändern. Wir sind hier sogar mehrmals durch den Regen ordentlich nass geworden. Die Landschaft wurde immer karger und eintöniger. Jedoch sah man schon immer noch Berge am Horizont. Wir passierten viele kleine Ortschaften, welche in schlechtem Zustand waren. Überall um die Ortschaften lagen viele Autofracks sowie sahen die Häuser alle sehr baufällig aus. Unsere erste größere Stadt sollte Gjumri sein. Hier hatten wir auch unseren ersten Arzttermin. Da sich Franks Brücke von seinen Backenzähnen in Georgien gelöst hat. Wir waren ein wenig skeptisch, ob das alles so nach unserer Zufriedenheit erledigt wird. So probierte Frank sein Glück, an einem von außen recht ansprechenden Gebäude. Nach kurzer Absprache auf Englisch und Russisch, ging der Zahnarzt ans Werk. Der veranschlagte Preis für die Behandlung belief sich auf unglaubliche 6€. Der Zahnarzt erledigte seine Sache gut und nun kann Frank wieder schmerzfrei essen und trinken.

Die Stadt Gjumri war der totale Gegensatz zur ländlichen Gegend, durch die wir gefahren sind. Die Stadt war sehr aufgeräumt, sauber und bestand aus ansehnlichen Gebäuden und einem sehr netten Innenstadtbereich. Nach einer längeren Pause, fanden wir hier an einem nahegelegen kleinen Stausee einen netten Zeltplatz. Dort haben wir bereits gemerkt Armenien wird heiß. So hieß es am nächsten Morgen um 6 raus, damit wir bei kühlen Temperaturen Richtung der Hauptstadt starten konnten. Die Landschaft blieb weiterhin sehr karg und trocken und es wurde bereits ordentlich heiß im Verlaufe des Tages. Die letzten Kilometer in die Hauptstadt Yerivan nutzten wir die Autobahn, um so auf den direktesten weg in die Stadt zu kommen.

In Yerivan haben wir uns ein Hostel im Zentrum gesucht. Auf dem Platz der Republik befindet sich ein Wasserbecken mit Fontänen. Hier wird jeden Abend im Sommer eine Wassershow mit Musik abgehalten. Wir haben das ganze mehr durch Zufall mitbekommen und waren begeistert von der farbenfrohen Wassershow. Das ganze Becken war von mehreren hunderten Menschen gesäumt und es bot im dunkeln eine tolle Atmosphäre.

Anschließend haben wir uns ins Nachtleben gestürzt. Wir haben ein Underground Rock Konzert besucht und die ein oder andere Bar abgeklappert 🙂 Wir waren insgesamt drei Tage in Yerivan und haben uns die Stadt auch bei Tag angeschaut und natürlich ein wenig entspannt. Die Stadt wirkte auf uns sehr modern mit vielen Grünflächen, Parks und natürlich vielen jungen Menschen. Stellenweise erinnerte es uns ein wenig an Budapest. In Yerivan lernten wir auch das erstemal die Hitze kennen, die uns demnächst verfolgen wird. Wir hatten hier tagsüber bis zu 40 °C. So wundert es uns nicht, dass man die meisten Menschen erst in den Abendstunden draußen sieht.

Am 18.7. sind wir dann in den frühen Morgenstunden gegen 6.30 Uhr in Yerivan aufgebrochen, um der Hitze zu entgehen. Wir konnten aus Yerivan heraus die wenig befahrene Autobahn nutzen. Imposant war auch den höchsten Berg der Türkei den 5137m hohen Ararat in ständiger Sichtweite zu haben. Aufgrund des diesigen Wetters kommt er auf den Fotos leider nicht so gut rüber. Der Straße folgten wir ca. 65 km bis wir dann gegen Mittag in die Berge kamen. Wir fuhren hier in Sichtweite der Grenze der autonomen Republik Nachitschewan die zu Aserbaidschan gehört. Hier sahen wir auf den Bergrücken viele kleine Schützengräben, MG- und Flak Posten. Solange man die Hauptstraße nicht verlässt, ist man in Sicherheit. Das Militär ist in Armenien überall sehr präsent.

Nachdem die Berge kamen, unterschätzen wir die brutale Hitze doch ein wenig und nach einem kurzen Melonen Einkauf, stoppten wir wenige Kilometer weiter unter einem kleinen Blechdach. Die Luft ist sehr trocken so das man bereits nach kurzer Zeit das Gefühl hat, einen Staubtrockenen Mund zu haben. So haben wir hier pausiert und uns dann einige Stunden später aufgemacht den Pass zu erklimmen. Zum Glück kam ein sehr langsamer LKW, bei dem wir uns an der Ladefläche für ca. 15km festhalten konnten. Als der Fahrer stoppte fand er das gar nicht so lustig und jetzt wusste er auch warum ihm alle überholenden Fahrzeuge zu hupten. Die letzten Meter des Passes bewältigten wir dann selbst und hier zogen glücklicherweise Wolken auf und die Temperaturen sanken ein wenig. Auf unserer Karte entdeckten wir in der Nähe des Ortes Zangakatun, einen kleinen See den wir ansteuerten. Während wir unser Zelt aufbauten, kam auch ein Hirte mit seiner Herde Ziegen vorbei und trieb Sie zurück ins Dorf. In Armeneinen wird viel Viehzucht betrieben und die Menschen treiben ihre Tiere jeden Morgen auf die Weiden in die Berge hinauf. Am späten Abend, besuchte uns ein Bauer mit zwei Flaschen in der Hand. Patrick befürchtete schon das wir jetzt wohl hoffentlich kein Wodka trinken müssen. Der nette ältere Herr sprach sogar ein wenig Deutsch und brachte uns Trinkwasser vorbei. Wir unterhielten uns ein wenig mit ihm und bedankten uns für diese tolle Geste. Anschließend ging es früh ins Bett, um halb sechs geht’s dann ja schon wieder raus. Am nächsten Morgen sind wir gegen halb sieben gestartet und hatten von unserem Zeltplatz der auf ca. 1800m lag, eine ca. 15 km lange Abfahrt mit einem tollen Sonnenaufgang und grandioser Aussicht. Bereits nach unseren zweiten Frühstück um halb neun war es furchtbar heiß. Wir fuhren dann noch ca. bis 11 Uhr und machten dann Mittagspause.

Da uns ein weiterer Pass bevorstand der bis auf 2300m hochgeht, versuchten wir unser Glück per Anhalter mitzufahren. Nach einiger Zeit hielt hier ein alter Gaz-53 LKW an und wir durften mit den Jungs auf der Ladefläche mitfahren. Die Fahrt war sehr holprig und wir flogen ziemlich umher auf der Ladefläche. Wir mussten auch mehrmals bergauf stoppen, da der Motor bei den Temperaturen einfach zu heiß gelaufen ist. Hier wurde einfach ein Eimer Wasser in die Kühlerschlitze geschüttet und die Motorhaube geöffnet. Unterwegs haben wir noch eine Schweizer Familie eingesammelt, die wir bereits mehrere Kilometer vorher getroffen haben. Die drei waren sichtlich froh, da Sie sich ein paar Höhenmeter sparen konnten. Kurz vor dem Pass ca. 5 km, mussten wir dann alle absteigen. Die Jungs fuhren auf ein Feld, um dort Heu zu Laden. Wir waren jedenfalls sehr dankbar, das wir uns die fast 1000 hm bei den Temperaturen sparen konnten. Die letzten Meter auf den Pass hoch, hatten wir dann wieder ordentlich Gegenwind und es ging ziemlich steil hinauf auf die 2300m. Die Temperaturen waren hier auch wieder erträglich und kühl. Bei einer kurzen Pause auf dem Pass, wo wir unsere Wasserflaschen an einer Quelle vollmachten lernten wir Hasan aus Täbris im Iran kennen. Dieser gab uns sofort seine Handynummer und wir sollten ihn doch unbedingt anrufen, wenn wir in Täbris/Iran sind. Dies Hilfsbereitschaft haben wir schon mehrfach von den Iranern kennengelernt, die wir getroffen haben. So haben wir zusammen schon über 10 Telefonnummern gesammelt. Wir sind daher schon ziemlich gespannt, was uns im Iran erwartet.

Nach einer kurzen Abfahrt, fanden wir einen grandiosen Zeltplatz an einem großen See auf 2200 m. Wir Zelteten hier auf einer kleinen Landzunge und hatten einen unglaublichen Ausblick auf die Berge ringsherum.

 

Am nächsten Morgen gings es wieder gegen 6 Uhr los und unser Ziel sollte die Stadt Goris sein. Da Goris deutlich tiefer lag haben wir gehofft eventuell einen entspannten Tag zu haben. Allerdings falsch gedacht. Ständiges bergauf und -ab, mit heftigem Gegenwind, der uns nur sehr wenig vorankommen ließ. Die Landschaft hier in diesem Teil wurde auch wieder ein wenig grüner und wir waren von Bergen umgeben, die um 3000 – 4000m hoch waren. So hatten wir zu mindestens landschaftlich ordentlich was zu genießen. Auf den letzten Paar Kilometern nach Goris ging es dann auch ordentlich bergab und so konnten wir uns zum Ende hin ein wenig erholen. Kurz vor Goris knackten wir dann auch unsere 5000km Marke. Es ist schon unglaublich für uns, wie weit wir gekommen sind und das wir die ganze Strecke von Deutschland mit dem Fahrrad bewältigt haben. Wir sind nun seit über 3 Monaten unterwegs und Stolz darauf. Wir hoffen das wir unsere Reise weiterhin mit viele Positiven Erlebnissen fortsetzen können.

 

In Goris war der Plan einen Tag Pause zu machen, da sich Patrick nicht besonders fühlte. Hier besuchten wir das berühmte Kloster von Tatev auf einem abgeschieden Berg. Ein besonderes Highlight ist hier die Fahrt mit der längsten frei hängenden Seilbahn der Welt. Die direkt neben dem Kloster ankommt. Das Kloster ist ein besonders wichtiger Ort für die Armenische Geschichte und war in seiner Blütezeit ein Zentrum für Wissenschaft und Religion. Es beteht bereits seit ca. 900 n.Chr.. Anschließend besuchten wir noch ein Höhlensystem mit heißen Quellen. Man musste sich hier an einem Strick nach unten Abseilen und sich durch Felsen und kleine heißere Quellen den Weg nach innen erklettern. In Deutschland wäre die Sache mit Sicherheit so nicht zugelassen, aber wir sind ja nicht zuhause. Viele Bilder sind hier leider nicht entstanden, aufgrund der Kletterei im Wasser, war uns unsere Kamera dann doch zu wertvoll.

Patrick ging es zunehmend schlechter, er hatte heftigen Durchfall und lag mehrere Tage im Bett. Wir tippen hier auf eine Art Magen Darm Virus. Im Hotel in Goris wurde er hier von Hotelbesitzerin mit Hausmitteln, Kohletabletten und viel Bettruhe gepflegt. So verbrachten wir 7 Tage in Goris. Nach einigen Tagen besserte sich sein Zustand ein wenig. Und wir probierten unser Glück bis nach Kapan die nächst größere Stadt zu kommen. Patrick bekam hier allerdings unterwegs einen Rückfall und so versuchten wir auf der Straße einen LKW anzuhalten, der uns mitnimmt. Keine Chance aber zum Schluß nahm Patrick dann ein netter Lada Fahrer mit auf den Pass. Fahrrad und Gepäck wurde im offenen Kofferaum verstaut und so konnte Patrick erstmal den sehr langen Anstieg der vor uns lag umgehen. Frank radelte infolgedessen alleine hinterher und wir sagten uns wir finden uns schon, spätestens in Kapan. Kurz vor dem letzten Pass vor Kapan war ein kleiner Parkplatz bis wohin sich Patrick dann noch gekämpft hat und dort haben wir uns dann auch wieder getroffen. Ab dem Pass ging es nur noch Bergab nach Kapan, die Landeshauptstadt des Kreises Sjunik. Wir wollten nun so lange warten bis sich Patricks Zustand verbesserte, weil alles andere keinen Sinn macht. Vorallem weil uns dann ein weiterer Pass auf ca. 2600m Richtung Iran bevorstand. Auf unserem Weg nach Kapan fuhren wir entlang der Grenze zu Bergkarabach, welches durch den gleichnamigen Konflikt immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt. Es geht hier hauptsächlich um die Unabhängikeit der Republik Bergkarabach. Die Konflikt gipfelte in einem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan anfang der 1990er Jahre. Der Konflikt ist aber bis Heute noch ungelöst und so finden hier immer wieder Gefechte statt. Aber keine Angst wir begeben uns hier in keine Lebensgefahr, solange mann auf den Hauptrouten bleibt sollte hier keine Gefahr bestehen.

Wir haben zwar  Armenien noch nicht ganz verlassen und wenn alles gut läuft werden wir morgen am 30.7. starten und haben so noch 2 Tage bis in den Iran vor uns. Aufgrund unseres längeren Aufenthalts in Armenien, haben wir einen guten Einblick in das Land bekommen. Es ist sehr sowjetisch geprägt, angefangen von der Atmosphäre in den Städten, bis hin zu den Gebäuden und den alten Fahrzeugen auf den Straßen. Die Leute waren uns gegenüber sehr hilfsbereit und wir können hier an sich keine negative Erfahrung  teilen. Armenien hat landschaftlich ähnlich viel zu bieten wie Georgien, nur hat uns hier häufig ein wenig das Grün gefehlt. Liegt aber vielleicht auch an der Lage von Armenien, da es hier sehr heiß und trocken ist. Noch ein interesanter Fakt der das Radeln in Armenien so interesant macht, ist die mittlere höhe des Landes die bei 1800m liegt. Und wir können das bestätigen. Entweder es geht steil bergauf oder bergab, dazwischen hatten wir selten, außer in der Region um Yerivan.

Nun sind wir gespannt auf den Iran und freuen uns auf ein neues Land mit neuen Menschen. Bis dahin liebe Leser genießt den Sommer in Deutschland und vielleicht könnt ihr uns ein bisschen Regen von Zuhause übersenden 🙂

Georgien das Land der Wölfe und Berge unsere neue Nr. 1

Mit unserem Iran Visa in der Tasche ging es für uns von Trabzon in 2 Tagen nach Batumi/Georgien. Das waren ca. 200km die wir ganz entspannt an der Küste ohne größere Anstiege bewältigt haben.

Die Georgische Grenze kündigte sich bereits durch einen Kilometerlangen LKW Stau an. Als wir dann direkt an der Grenze aus dem Tunnel Bogen war hier ein ziemlicher großer Auflauf an Menschen, Autos und LKWs. Wir umgingen die Personengrenzkontrolle und reihten uns bei den Autos ein und drängelten uns natürlich gleich mal vor. Die ganze Grenzanlage war ziemlich groß und wir mussten mehrmals unsere Personalausweise mit dem Einreisepapier für die Türkei vorzeigen. Dann gings zur Georgischen Seite hier wurden wir auch mehrmals gecheckt, bevor wir dann unsere Reisepässe dem Grenzbeamten vorlegen durften. Der Georgische Grenzbeamte begrüßte uns mit Guten Tag und fragte schmunzelnd nach, ob wir denn auch einen Fahrzeugschein für unser Fahrrad haben. Die ganze Prozedur mit dem Grenzübergang hat uns ca. 45min gekostet, aber naja wir haben ja Zeit.

Das erste was uns nach der Grenze sofort ins Auge gestochen ist, war eine Christliche Kirche die in unmittelbarer Nähe stand. Und so waren wir froh die muslimisch geprägte Türkei endlich verlassen zu haben.

Die Fahrt nach Batumi war wenig spektakulär, aber dennoch haben wir sofort gemerkt das wir in einem anderem Land sind. Vielleicht auch deshalb da Georgien sowjetisch geprägt ist. Auf Empfehlung von Alejandro und Zuzia die wir in Trabzon kennengelernt haben, sind wir im Freedom Hostel untergekommen. Ein sehr nettes Hostel welches von 2 Polen geführt wird und das eine sehr entspannte Atmosphäre bot. Hier gab es einen großen Schlafsaal mit 12 Betten in gemütlich rustikalem Ambiente. Wir waren hier mit 2 Iranern aus Tehran, 2 Türken aus Istanbul und 4 russischen Mädels untergebracht. In Batumi haben wir insgesamt 3 Tage verbracht, obwohl wir nur 2 Nächte bleiben wollten. Die Stadt an sich war für uns nicht besonders reizvoll. Wir haben hauptsächlich mit den Leuten aus dem Hostel rumgehangen und abends das eine oder andere Bier getrunken. Am letzten Abend sind wir dann von Tomak einem der Hostel Besitzer mit in ein Bier Lokal eingeladen worden und hatten dort mit einer Reisegruppe aus Polen einen netten Abend, mit Polnischen und Georgischen Volksliedern.

Nach dem uns Vitali, der Koch des Hostels noch ein exklusives Frühstück zubereitet hat, ging es gegen Mittag los Richtung Goderdzi Pass. Die Fahrt aus Batumi war anstrengend durch den vielen Qualm, Dreck und Gestank der Autos. Abgasuntersuchung gibt es hier anscheinend nicht und aus jedem Auto kommt ordentlich schwarzer Qualm. Als wir das dann hinter uns hatten, ging es so langsam in die Bergwelt von Georgien. Nach ca. 1,5h Fahrt, haben wir in einem Restaurant an der Straße erst mal Mittag gemacht. Nachdem wir Essen bestellt hatten, wurde uns gleich der Hauswein auf den Tisch gestellt. Wir haben schon im Hostel erfahren, das die Georgier ein sehr trinkfestes Volk sind. Und Sie sind vor allem für ihren Wein, Chacha (Vodka) und für ihr Essen bekannt. Wir konnten ja auch nicht so richtig nein sagen und so gab es zum Mittag einen Wein. Leicht beschwipst ging es dann immer weiter bergauf. Wir wollen ja auf den Goderdzi Pass der auf 2028m liegt. Die Steigung entlang des Flußes war sehr angenehm und für uns zum reinkommen ideal. Auf dem Weg passierten wir noch eine alte Steinbrücke von denen es hier einige gibt. Hier war ein ziemlich großer Besucher Andrang, um die ca. 1500 Jahre alte Brücke zu bestaunen. Unsere Weg führte weiterhin entlang des Flußes und bei einer kleinen Pause am Straßenrand fuhr uns auf einmal Luke aus England, den wir bereits in Trabzon bei Polat kennengelernt haben über den Weg. So beschlossen wir die nächsten Tage zusammen in Angriff zu nehmen, da Luke ein ähnliche Route vorhatte. Unser eigentliches Tagesziel Chulo verfehlten wir ein wenig, da wir uns doch noch nicht so fit fühlten, woran das nur lag. 🙂 In Flußnähe bauten wir hier unser Zeltlager auf und ein großes Lagerfeuer war natürlich ein muss, sodass wir auch nicht übersehen werden. In Batumi erfuhren wir dann auch von den Wölfen die in Georgien leben. Frank und Luke hatten natürlich das Glück in der Nacht auch einen Wolf heulen zu hören. Wie weit der Wolf nun weg war konnten wir schlecht einschätzen. Es war jedoch recht laut und definitiv beängstigend. Aber wir haben die Nacht ja unbeschadet überstanden und leben noch. Normalerweise ist der Wolf ja ein menschenscheues Tier. Am nächsten morgen führte uns die Straße immer weiter nach oben und die Berglandschaft wurde immer imposanter. Wir hatten nun auch endlich Sonnenschein, sodass wir auch die Aussicht genießen konnten. Und wir haben uns hier bereits in Georgien verliebt.

Die Straße Richtung Chulo wurde deutlich schlechter und es gab hier bereits teilweise Schotter Passagen. Aber wir wussten nach Chulo gibt’s nur noch Schotter. Chulo die letzte größere Stadt vor dem Pass, mit eigener Seilbahn und Markt direkt auf der Straße. Wir hatten mächtig Hunger und so gab es traditionelle georgische Küche.

Nachdem Mittag ging es dann auf knallharten Schotterpisten bis auf den Goderdzi Pass auf 2028m. Es ist unglaublich mit welchen Autos und mit welcher Geschwindigkeit die Autos über die Schotterpisten bewegt werden. Hier geht’s durch Wasserdurchfahrten riesige Schlaglöcher auf den Pass nach oben. Die Straße ist nicht irgendeine Abkürzung oder Schleichweg, es ist eine richtige offizielle Straße sogar teilweise mit Leitplanke. Wie wir in Batumi bereits erklärt bekommen haben, ist der Teil in dem wir uns befinden muslimisch und so stehen hier mitten in den kleinen Bergdörfern Moscheen. Ein bizaress Bild für uns, positiv war allerdings das wir keinen Muezzin Gesang hörten. Auf der Straße fuhren nicht nur PKWs sondern auch ein viele LKW, besonders viele alte Sowjet Fahrzeuge. Die wirbelten natürlich ordentlich Staub auf. Aber nichtsdestotrotz trotzdem waren wir der Blickfang auf dem Weg nach oben. Uns wurde viel zugerufen, gewunken, gehupt und die Menschen waren schlichtweg begeistert, wie wir uns da so hoch kämpften. Auf dem Pass angekommen, sind wir gegen 19.00 Uhr und hier begann es bereits ziemlich kalt zu werden. Da bot es sich doch an das Hotel auf dem Pass zu nutzen. Wir haben hier für ein Dreibett Zimmer mit Frühstück, zusammen 40 Lahri bezahlt was ca. 15€ sind. Das nennen wir dann doch mal preiswert. Beim Abendbrot im Hotel haben wir noch Elke und Günther kennengelernt. Wie es der Zufall so will kamen die beiden aus Sachsenanhalt, nähe Naumburg. Günther hat schon mehre Motorrad Touren durch Georgien unternommen und hat hier viele Freunde und kommt jedes Jahr her, um das Land zu erkunden. Diesmal mit seiner Frau Elke. So hatten wir einen entspannten Abend mit den beiden und konnten uns interessante Reisegeschichten anhören.

Am nächsten morgen hatten wir bestes Bergwetter, mit toller Aussicht. Bestens geeignet für unsere ruppige Abfahrt. Natürlich über die Schotterpiste. Wir trafen auf der Abfahrt noch ein Pärchen aus Kasachstan, die auch eine kleine Radreise machen. So hielten wir hier noch einen kleinen Plausch und verabschiedeten uns auch von Luke, da er bergab mit seinem Equipment nicht so schnell fahren konnte wie wir. Wir haben die Zeit zusammen mit Luke sehr genossen, aber leider haben wir nach dem Pass eine andere Richtung eingeschlagen.

Die Schotterpiste hinunter auf die andere Seite war nicht ganz so lang aber dennoch genau so kaputt gefahren. Wir haben uns dann auch auf den letzten Metern ein kleines Rennen mit einem Transporter geliefert, der 3 Kühe auf der Ladefläche hatte. Der Transporter hat es ganz schön stehen lassen und die Kühe wurden ordentlich umher geschleudert, aber er hat uns abgehangen.

Als wir dann im Tal angekommen waren, bot sich auf der Seite von wo wir gekommen sind, das gleich grüne Bild. Dagegen auf der anderen Seite, war die Landschaft sehr karg und nicht mehr ganz so grün. Wir haben dann in Achalziche zum Essen gestoppt und anschließend noch die Burg der Stadt ein wenig besichtigt. Danach suchten wir uns an einem in der Stadt befindlichen See, ein nettes Plätzchen zum campen. Wie sich später am Abend herausstellen sollte, war das die Flaniermeile der Stadt. Ähnlich vielleicht dem Burgsee in Bad Salzungen. So zogen wir natürlich alle Aufmerksamkeit auf uns und es dauerte nicht lange da haben sich gleich ein paar Jungs zu uns gesellt und wir durften/mussten mit ihnen Bier trinken. Mit Franks wenigen Russisch Kenntnissen und ein wenig Englisch, was die Jungs drauf hatten, haben wir uns so halb verstanden.

Am nächsten Morgen war unser Tagesziel Achalkalaki, die Stadt liegt auf ca. 1700m und so ging es wieder schön bergauf, wenn auch recht human. Da wir auf ca. 1000m in Achalkalaki gestartet sind. Unsere Fahrt ging durch eine wunderschöne Landschaft mit toller Aussicht und wir haben beide beschlossen Georgien müssen wir nochmal bereisen. Auf unserem Weg passierten wir auch eine sehr schöne Burg, von denen es in Georgien viele gibt. Zum besuchen hatten wir leider nicht mehr genug Zeit, da durch den heftigen Gegenwind wir in Zeitverzug waren. In Achalkalaki angekommen, suchten wir nach einer Möglichkeit zum Campen. Bevor wir uns versahen stürmte ein älterer Herr auf uns zu und fragte auf gebrochenen Deutsch wo wir herkommen. Als er erfuhr das wir wirklich Deutsche sind, lud er uns gleich zu sich nach Hause ein. Wir haben hier nicht lange überlegt und gleich eingewilligt. Spartak, so hieß der nette alte Herr bestand noch darauf, das wir noch Bier kaufen und dann gings in sein Haus. Als wir dann den Wohnbereich sahen, waren wir schon ein wenig geschockt, da alles sehr heruntergekommen aussah und muffig roch. Aber naja wir waren ziemlich müde vom Tag und waren erstmal froh eine Bleibe gefunden zu haben. Wir haben dann zusammen mit Spartak noch Abendessen gekocht und er hat uns mit seinem Deutsch was er aus Schulzeiten noch konnte, ein wenig aus seinem Leben erzählt. Er hatte sehr viele DDR Bücher und Zeitschriften in seinem Haus, die er uns zeigte. Er pflegte auch viele Briefkontakte mit Damen aus der ehemaligen DDR und meinte er hätte auch eine aus Eisenach gehabt. Den Brief fand er dann aber nicht in seiner großen Briefkiste. Die Übernachtung bei Spartak war definitiv ein Erlebnis für uns beide und die Nacht werden wir so schnell nicht vergessen.

Am nächsten Morgen haben wir uns herzlich bei ihm bedankt und uns in Richtung Armenische Grenze aufgemacht, welche unser Tagesziel sein sollte. Wir hatten hier leider die Rechnung ohne den heftigen Gegenwind gemacht. Wir sind auf einer Art Hochplateau auf 1800m unterwegs gewesen und hier ging der Wind richtig stark. Wir kamen mit ca. 8-10 Km/h voran, da kommt definitiv Freude auf!!! Die Straße ging eigentlich immer nur gerade aus und so fühlten wir uns als ginge es einfach nicht vorwärts. Als Entschädigung hatten wir aber die grandiose Landschaft Georgiens mit seiner unglaublichen Weite und Schönheit vor uns. Nachdem wir für 20km fast 2h gebraucht haben und sichtlich geschafft waren, machten wir in Ninizminda Mittag. Hier haben wir in einem kleinen Restaurant alles an die Steckdosen gehangen was Strom braucht und auch mal mit der Heimat Verbindung aufgenommen. Dann bekamen wir die Nachricht, das Patricks Perso noch auf dem Pass im Hotel liegt. Aber 150 km zurück wollten wir ja auch nicht. Vielleicht findet er auf dem Postweg zurück nach Deutschland. Wichtiger sind unsere Reisepässe :-)!

Nachdem Essen war unser Ziel ein See kurz vor der Armenischen Grenze. Der Weg dorthin war natürlich von Gegenwind und recht kalten Temperaturen geprägt. Der See liegt auf ca. 2100 m und da war es dann schon ein wenig frisch. Die Zeltplatzsuche stellte sich hier auch durchaus schwierig da, als uns ein junger Mann im Auto zu verstehen gab es gebe eine Art Hotel am Ende des Sees und zelten wäre nicht so empfehlenswert da ja hier auch Wölfe unterwegs sind. Leicht verunsichert fragten wir bei dem Hotel nach aber hier wollte man uns nicht so richtig weiterhelfen. Und so beschlossen wir die 5 km zur Armenischen Grenze zu fahren und hier unser Glück zu versuchen. Nachdem die Grenzstation auf über 2100m mitten im nirgendwo auftauchte war es bereits 19.00Uhr und so langsam mussten wir auch mal einen Schlafplatz finden. Die Grenzübergang nach Armenien ging zügig und unspektakulär von statten. Waren wir ja auch die ein zigsten zusammen mit 2 Autos aus Russland. Kurz nach der Grenze in Armenien gab es gleich die Ortschaft Bavra. Wir wurden hier wahrscheinlich vom Dorfpolizisten und seinem Gehilfen auf eine Art alte Baracke aufmerksam gemacht. Wir entschieden uns aber lieber zu Zelten, da der Boden in der Baracke mit Glasscherben und Müll bedeckt war.

So haben wir nun Georgien in 5 Fahrtagen durchquert und es hat uns einfach umgehauen. In Batumi haben wir durch einen Reiseguide der Touren für Besucher organisiert einen kleinen Einblick in die Georgische Kultur bekommen und haben so viel über das Land und Menschen gelernt. Die Georgier lieben es zu Trinken und zu Essen und die Georgische Küche wurde nicht umsonst die „Haute Cousine“ der ehmaligen Sovjet Union genannt. Wir haben in unserer kurzen Zeit in Georgien nicht alles probieren können, aber was wir auf den Tisch bekamen war sehr sehr gut. Ebenso die Menschen die wir getroffen haben, waren sehr herzlich, offen und alle sehr verliebt in ihr Georgien. Was wir absolut bestätigen können. Georgien ist wunderschön, vor allem landschaftlich durch die unglaublich imposante und unberührte Bergwelt, gepaart mit den vielen Historischen Burgen aus dem Mittelalter. Dies macht den Flair des Landes aus. Für uns war Georgien bei unserer Reiseplanung nur ein Transitland, aber was wir dann in Realität gesehen haben, hat uns absolut umgehauen. Und wir haben uns beide geschworen zurückzukommen, um dieses wundervolle Land weiter zu erkunden. Georgien ist touristisch wenig erschlossen und für einen normalen All Inklusive Hotel Urlauber vielleicht ein wenig ungeeignet, da es vielleicht einfach zu rustikal ist. Wer ein Land mit unberührter Natur und ausgezeichneter Küche besuchen will, bei dem sollte Georgien ganz oben auf der Liste stehen. Wie wir von Günther und Elke erfahren haben gibt es Flüge von Berlin nach Georgien für 60 €. Georgien ist sehr günstig zu bereisen, alles ist deutlich billiger als bei uns zuhause. Es ist natürlich vom Standard her nicht mit Deutschland zu vergleichen, aber gerade das hat für uns den Reiz ausgemacht. Und es trifft genau den Punkt unserer Reise, sich auf die einfachen Dinge zu beschränken.Wir sind bereits in Eriwan der Hauptstadt von Armenien wo dieser Blogbeitrag entsteht und wir hier eine kleine Pause einlegen.

Auf diesem Weg möchten wir auch alle eifrigen Leser aus der Heimat grüßen, die unsere Reise hier auf der Website verfolgen. Wir sind begeistert das unser Trip einen so positiven Anklang findet und halten euch natürlich mit Infos über unsere weitere Reise auf dem laufenden.

Türkei – ein Resumee

Wir waren nun über einen Monat in der Türkei, solange wie in noch keinem anderen Land. An dieser Stelle wollen ein kurzes Resümee aus unserer Sicht über die Türkei geben. Wir haben hier einen sehr guten Einblick in das alltägliche Leben, die Gastfreundschaft, aber auch die Probleme des Landes bekommen. Natürlich hat uns von beginn an, die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Türken begeistert. Die wir seit dem Start unserer Reise das erste mal hier live erlebt haben. Die Menschen sind alle sehr freundlich, ehrlich und wollen natürlich immer wissen, woher wir kommen und wohin unser Weg führen soll. Für die Türken ist das Fahrrad nicht unbedingt das, was es für uns Deutsche ist. Wir haben relativ wenig Radfahrer angetroffen. Fahrräder sieht man recht selten, hauptsächlich in Touristenorten, wo Sie zum Verleih angeboten werden. Es liegt vielleicht auch daran, das kaum Radwege existieren und der Straßenverkehr nicht ganz ungefährlich ist.

In der Türkei dreht sich beim Thema Transport oder Fortbewegung alles ums Auto. Unser Warmshowers Host Berk in Eregli, fand dafür unserer Meinung den perfekten Begriff „Petrol Addicted“ zu Deutsch Treibstoff abhängig. In jeder Stadt gibt es unzählige Autowerkstätten und Ersatzteilshops usw. und so finden wir, das der Türke sein Auto noch ein bisschen mehr liebt, als es der Deutsche es tut. Der Großteil des Personentransports geht über Busse, die wie schon im vorigen Blogbeitrag erwähnt, einfach überall zu wirklich günstigen Preisen hinfahren. Das Schienennetz ist in der Türkei nicht besonders gut ausgebaut, was auch der Topographie geschuldet ist.

Die Landschaft der Türkei speziell an der Schwarzmeer Küste, hat uns total begeistert und wir empfehlen jedem mal ein Abstecher dorthin zu machen. Die kleineren Orte direkt an der Küste sind eine Reise wert und man meint fast zu glauben, die Zeit ist hier ein wenig stehengeblieben.

Allerdings haben wir vor allem in den ländlichen Gegenden, ein großes Problem erkannt. Müll der einfach überall rumliegt und der auch einfach nicht weggeräumt wird. Die Menschen sind so freundlich und die Landschaft wirklich großartig, da ist es für uns einfach unverständlich das damit so schlecht umgegangen wird. Aber wir haben dazu vielleicht auch ein anderes Bewusstsein. Wir haben die selbe Problematik in Serbien, Rumänien und Bulgarien beobachtet. Allerdings war es für uns in der Türkei am größten. In größeren Städten sieht es schon besser aus, speziell in den Touristenorten, diese vergleichbar mit deutschen Städten sind.

Wir haben hier wie schon mehrfach erwähnt viele Menschen getroffen, die Deutsch sprechen und in Deutschland gearbeitet haben. Dagegen haben wir sehr wenige Menschen getroffen, die Englisch sprechen. Durch unsere Warmshowers Kontakte haben wir so auch einen tieferen Einblick in die Gesellschaft bekommen. Hier ist die Meinung doch ziemlich gespalten, wie wir finden. Alle unsere Warmshowers Host würden die Türkei verlassen und sich gerne woanders niederlassen. Sie sind durch die wirtschaftliche und politische Situation einfach unzufrieden. Sie alle haben eine westliche Denkweise und waren nicht religiös. Allerdings ist diese Gruppe noch in der Minderheit, da der Großteil der Gesellschaft stark mit dem Islam verbunden ist. Durch die Durchquerung der Türkei von West nach Ost, haben wir so einen guten Einblick bekommen und auch festgestellt, das je weiter östlich man kommt, alles ein wenig konservativer wird. Die Religion spielt hier eine zentrale Rolle und ist nicht wie bei uns eine Religion, sondern eher eine Gesellschaftsform. Man wird quasi indirekt gezwungen sich anzupassen, um in der Gesellschaft existieren zu können. Für uns als Touristen ist das natürlich anders, da wir jederzeit weiterreisen können. Doch für viele junge Türken ist das genau das Problem, sich in der Gesellschaft integrieren zu müssen und nicht frei entfalten zu können. Das die Türkei zur Zeit aufgrund ihrer politischen Lage ein wenig im Fokus steht, ist wohl jedem bekannt. Wir wollen hier nicht tiefer auf die Politik der Türkei eingehen, jedoch wurden wir aber auch des öfteren von den Leuten auf den Konflikt zwischen Frau Merkel und Herrn Erdogan angesprochen und was wir davon so halten. Wir finden hier auch, dass durch die ganze Medienberichterstattung vieles verzehrt dargestellt wird und so die Gemüter künstlich erhitzt werden.

Wenn es aber jemanden in der Türkei gibt, auf den die große Mehrheit stolz ist, dann ist es Kemal Atatürk. Er hat 1923 die Türkische Republik ausgerufen und ist für die Türken bis heute ein Volksheld. In nahezu jedem Dorf oder jeder Stadt, gibt es hier eine Gedenktafel. Sowohl auf Autos findet sich die Signatur. Ins deutsche übersetzt bedeutet Atatürk „Vater der Türken“.

Viele haben uns vor unserer Reise gesagt, seid vorsichtig in der Türkei. Aber wir haben keine negative Erfahrung gemacht und fühlen uns in unserer Sichtweise bestätigt, das man sich erst mal ein eigenes Bild von der Sache machen soll, anstatt z.B. den Medien oder Geschichten glauben zu schenken. Wir haben unseren Aufenthalt in der Türkei genossen und würden jederzeit wieder hinfahren.

Warten, warten, warten, …..wir haben es! Iran wir kommen°

Seit unserem letzten Beitrag ist natürlich ein wenig Zeit vergangen, aber jetzt gibt’s wieder was Neues von uns. Nach unserer kleinen Pause in Samsun, sind wir weiter geradelt nach Trabzon. Hier hatten wir einen längeren ungewollten Aufenthalt. Da wir auf unsere Referenznummer und die Ausstellung unseres Visas für den Iran warten mussten.

Die Strecke von Samsun nach Trabzon war im Vergleich zu unserem vorherigen Verlauf mega entspannt und wir hatten bis auf kleinere Berge kaum Höhenunterschiede zu bewältigen. Es ging immer entlang der Küste, auf einer 2-spurigen Schnellstraße mit moderatem Verkehrsaufkommen und Seitenstreifen. Wir schafften die ca. 340 km in 3 Tagen und waren erstaunt wie flott wir auf ebener Straße unterwegs waren. Nach den ganzen Bergetappen am Schwarzen Meer. Hier hat sich doch was an der Kondition getan. Wir hatten die ersten beiden Tage einen Schnitt von ca. 28 Km/h, was ganz anständig ist mit den schweren Bikes ud auch dem Rückenwind geschuldet war. 🙂 Am dritten Tag gab’s dann Gegenwind und die Sonne brannte ziemlich heftig. Hier haben wir auch gemerkt, dass der eine Tag Pause in Samsun nicht genug war und wir waren froh, das wir in Trabzon ein paar Tage Pause einlegen konnten. Da wir hier unser Visa für den Iran beantragen wollten.

 

In Trabzon kamen wir bei unserem nächsten Warmshowers Host Polat unter. Ein sehr cooler, netter und relaxter Typ, der in den letzten Zügen seines Forstwirtschaftsstudium ist. Uns stand bei Polat die ganze Wohnung zur Verfügung, da seine Mitbewohner in den Semesterferien sind und nur er noch ein Praktika nachholen muss. So verbrachten wir fast 12 Tage bei Polat und hatten hier eine sehr entspannte Zeit.

Nach fast 20 Tagen Bearbeitungszeit von eigentlich versprochenen 7 Tagen, bekamen wir auch endlich unsere Referenznummer für das Iran Visum von der deutschen Agentur, die diese im iranischen Tourismusministerium einholt. Hier mussten wir allerdings auch nochmal 3 Tage warten bis die Nummer in der Iranischen Botschaft angekommen ist. So hieß es eigentlich die ganze Woche Füße hochlegen und warten. Die ersten beiden Tage nach Ankunft haben wir auch wirklich mal gar nichts gemacht. In den nächsten Tagen haben wir ein bisschen die Gegend und Trabzon erkundet. Dann bekamen wir noch Besuch von drei weiteren Reiseradlern. Das war zum einen Alejandro aus Argentienen, Zuzia aus Polen sowie Luke aus England. Alejandro ist bereits über zwei Jahre unterwegs und hat über 17000km hinter sich gebracht. Insgesamt hat er über 28 Länder mit dem Fahrrad bereist. Er ist von Neuseeland aus gestartet und hat sich dann durch ganz Südostasien über Indien, Oman, Dubai und den Iran in die Türkei gekämpft. Ein sehr geselliger Kerl, mit dem wir uns sofort verstanden haben. Hier konnten wir wieder einige sehr interessante Geschichten hören und uns einige Tipps für unsere Route geben lassen. Seine Freundin Zuzia die ebenfalls auf Weltreise war, nur ohne Fahrrad, hat er in Armenien kennengelernt. Dann wurde dort mal schnell ein Fahrrad organisiert und nun fahren die beiden zusammen. Endstation für die Beiden soll Spanien sein. Luke ist von Istanbul aus alleine gestartet und will bis nach Baku fahren. Er hat bereits mehrere kurze Trips durch Europa unternommen.

Frank hat dann eine kleine Solo Tour auf den Zigana Pass mit dem Fahrrad unternommen. Der Pass Liegt auf ca. 2050m und ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Restaurant. Man hat hier einen tollen Blick über das Schwarzmeer Gebirge und die komplette Gegend. Hier traf Frank Taner, der eigentlich aus Düsseldorf ist und jetzt mit seiner Familie im Restaurant auf dem Pass arbeitet und wohnt. Hier gab’s noch ein paar Sightseeing Tipps für die Gegend und anschließend noch ein leckeres Mittagessen. Und natürlich danach eine 2 Stündige Abfahrt zurück auf Meereshöhe nach Trabzon.

Am Montag den 3.7. war es nun endlich soweit und wir machten uns auf den Weg zur Iranischen Botschaft. Wir waren anscheinend ein wenig zu spät und uns wurde mitgeteilt, wir sollten am nächsten Tag um 10 Uhr wiederkommen. So haben wir uns am nächsten Tag wieder auf den Weg gemacht und wurden hereingelassen. Nach kurzer Prüfung unserer Unterlagen bekamen wir ein Konto genannt auf die wir die 50€ Visa Gebühr einzahlen sollten. Also ab zur Bank ins Zentrum und nach kurzer Bearbeitung am Bankschalter, ging es mit ausgefüllten Visa Formularen zurück zur Botschaft. Hier gaben wir dann alle unsere Unterlagen samt Reisepass ab und sollten gegen 15 Uhr wiederkommen. Am Nachmittag konnten wir dann unsere Reisepässe mit dem Iran Visum abholen und waren mega happy das es so unkompliziert von statten lief. Wir haben da schon ganz andere Geschichten gehört, aber egal wir haben nun 30 Tage Aufenthalt und 3 Monate Zeit einzureisen.

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Da freuen sich aber zwei über ihr Visum

So geht nun unsere Zeit bei Polat in Trabzon zu Ende. Wir haben die Zeit mit ihm sehr genossen 🙂 und machen uns jetzt weiter auf den Weg nach Georgien. Hier werden wir vorerst Batumi ansteuern und dann von dort aus durch die Berge über einen 2000m Pass Richtung Armenien fahren.

Einige von euch haben vielleicht mitbekommen, dass es einen tollen Artikel in der Süd Thüringer Zeitung über uns gab. Wir sind sogar auf dem Titelbild gelandet, worauf wir mega stolz sind. Wir Bedanken uns bei der freien Redakteurin Susann Eberlein für die Kontaktaufnahme und die hervorragende Berichterstattung.

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Da wollen wir doch erstmal lesen, was da in der STZ berichtet wird!!! 🙂