Good Bye China !!!

Unser Weg nach Nanning der Hauptstadt der Provinz Guangxi, war durch Regen und wenig spektakuläre Landschaft geprägt. Hat es während unseres Besuches in Yangshuo schon nur geregnet, so war es an unserem Abreisetag auch nicht besser. Am Morgen ein kurzer Lichtblick durch Sonnenschein aber das war es dann auch schon mit Sonne für die nächsten Tage. Nachdem wir Yangshuo Richtung Süden verlassen haben, konnten wir noch ein wenig die beeindruckende Karstlandschaft genießen sowie warme Temperaturen. Wie schon im vorherigen Blogbeitrag erwähnt, haben wir Tom aus der Schweiz und Seth unseren Bekannten aus England in Guilin getroffen. Seth reist nur noch nach Hongkong und fliegt dann nach Hause, da seine Reisekasse am Ende ist. Tom hat ebenso vorgehabt nach Nanning zu fahren, um sein Vietnam Visum dort zu beantrage. So beschlossen wir gemeinsam zu fahren und hatten so mal wieder ein wenig Abwechslung in unserem Radalltag. Tom stammt aus dem Französischen Teil der Schweiz, lebt am Genfer See und von Beruf Lehrer. Am ersten Tag hielt Tom eigentlich auch gut bei unserem Tempo mit, allerdings die nächsten Tage wurde er doch spürbar langsamer und so haben wir doch öfters pausiert als uns lieb war. Aber nichtsdestotrotz war es für uns eine willkommene Abwechslung mit Tom zu radeln. Wie erwähnt hatten wir jeden Tag Regen und recht kalte Temperaturen von 10-12°C. Für alle Leser von zu Hause ist das vermutlich nicht kalt, da hier und da ja schon Schnee gefallen ist. Aber da wir deutlich wärmere Temperaturen gewöhnt sind, war es doch frisch. So haben wir es auch vorgezogen aufgrund des nassen Wetters, lieber Hotels zu beziehen als unser Camping Equipment jeden Tag klitschnass einpacken zu müssen.

Landschaftlich gab es auch nicht viel Neues. Wir fuhren durch viele Zuckerrohrfelder und fühlten uns manchmal ein wenig an zu Hause erinnert, aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung.

Am dritten Fahrttag gab es mal wieder ein bisschen Abenteuer für uns. Wir hatten ein Städtchen auf der Karte ausgemacht, indem wir uns ein Hotel suchen wollten. Als wir ziemlich spät kurz vor 5, in der Stadt ankamen, die dann doch eher ein Dorf war, mussten wir feststellen das es kein Hotel gibt. So hieß es weiterfahren zur nächsten Stadt. Laut Karte allerdings 40km Entfernung. Dunkel wird es gegen 18 Uhr und wir haben es bisher immer vermieden im dunkeln zu fahren. Tom hatte eine Chinesische SIM Karte und so Internet und konnte nach einiger Suche auf seinem Chinesischen Handy, eine Abkürzung empfehlen, die ca. 20km umfassen sollte. Es begann wieder zu regnen und es fing an zu dämmern. So sind wir unendlich lange durch Zuckerrohrfelder gefahren und haben immer mal wieder kleine Dörfer passiert. Hier wurden wir natürlich wie Außerirdische angestarrt mit unseren Fahrrädern und unserem nicht asiatischem Aussehen. Aber wir Grüßen dann immer mit einem freundlichen Nihao, um so ein wenig das Eis zu brechen, klappt nur nicht immer. Auf den kleinen Schleichwegen durch die Zuckerrohrfelder kamen uns in der Dunkelheit immer wieder Rollerfahrer entgegen, die wie üblich ohne Licht unterwegs sind. Vermutlich um Strom zu sparen und die Reichweite mit ihren E-Roller zu erhöhen. Nach dem es dann schon Stockdunkel war, haben wir wieder die Bundesstraße G72 erreicht und mussten hier noch ca. 14 km bis nach Chengxiang weiter. Die Straße war eine stark frequentierte. So ging es mit vollem Tempo bei Regen und Dunkelheit im 3er Gespann los. Wir zogen hier wieder an vielen Rollerfahrern vorbei die gänzlich ohne Licht unterwegs sind und das bei regennasser Fahrbahn, was bei uns immer nur noch Kopfschütteln auslöst. Als wir dann in Chengxiang gegen 19.30 Uhr endlich ankamen und gleich ein günstiges Hotel gefunden hatten, waren wir glücklich und erschöpft zugleich. So haben wir 132km an diesem Tag hinter uns gebracht.

Nach 4 Fahrtagen sind wir so in Nanning angekommen und hatten bei unserer Ankunft wieder ein bisschen das Problem ein Hostel zu finden. Die Hostel’s sind zwar auf unserer Karte eingezeichnet, allerdings fehlt jegliche Beschriftung an der Außenseite des Gebäudes. So kann man versuchen die Menschen auf der Straße zu fragen, nur verstehen die meist kein Englisch und wissen auch nicht was ein Hostel ist. Oder das Gebäude in welchem das Hostel zu finden sein sollte, ist einfach nicht mehr da. So haben wir uns dann nach 2 Stunden Suche, für ein etwas teureres Hotel entschieden. Am ersten Pausentag ging es dann für uns gleich Richtung Vietnamesischer Botschaft, um uns ein Monatsvisum zu besorgen. Das ging sehr unkompliziert und super schnell. Am folgenden Tag konnten wir unsere Reisepässe schon wieder abholen und so in Richtung Vietnamesische Grenze aufbrechen. Nach weiteren 2 Tagen Fahrt sind wir dann in Dong Xing, der Grenzstadt zu Vietnam angekommen und haben uns direkt in Nähe der Grenzation ein Hotel genommen. So geht nun unser Aufenthalt in China zu Ende und wir freuen uns darauf, nach über 2,5 Monaten in China endlich mal wieder ein neues Land entdecken zu können. Für uns geht es nach der Grenze zuerst Richtung der berühmten Ha Long Bucht, dort wollen wir mit der Fähre auf die Insel Cat Ba fahren und die Insel erkunden bevor wir dann die Hauptstadt Hanoi ansteuern.

Die 10000 km sind geschafft !!!

Die ersten Tage nach Guiyang, gab es für uns landschaftlich nicht viel Neues zu entdecken. Hauptsächlich viele Baustellen, dreckige Straßen und dadurch viel Staub. Die hüglige Landschaft ist gleichbleibend und hält immer wieder kleine Anstiege für uns bereit. Wir haben es jetzt auch geschafft endlich wieder zu zelten. Allerdings ist die Suche nicht immer so leicht und wirklich ruhige Nächte hatten wir meist auch nicht. Am Morgen haben wir meistens den Spaß, alles klitschnass einzupacken und im Laufe des Tages, wenn die Sonne scheint zu trocknen. Am dritten Tag nachdem Start, hatten wir den ganzen Tag leichten Nieselregen. Dieser wurde am Nachmittag stärker. Das erfreuliche für uns war an diesem Tag, das wir 10000 km geschafft haben. Es ist für uns schon eine gewaltige Zahl und wir sind sehr stolz, das wir das zusammen geschafft haben.  Eigentlich hatten wir vor an diesem Tag zu zelten, aber durch den immer stärker eisetzenden Regen entschieden wir uns für ein trockenes Hotelzimmer. Haben wir uns ja nach 10000 km auch redlich verdient. Hier haben wir dann erst mal unser ganzes Camping Equipment im Zimmer aufgehangen um alles wieder trocken zu bekommen. So hatten wir leichte Sichtbehinderung im Zimmer. 🙂

Ab Sandu fuhren wir immer entlang des Duliu Flusses und hatten für die nächsten Tage tolle Landschaften und eine sehr schöne Straße entlang des Flusses vor uns. Wir fuhren hier durch viele kleine Dörfer mit alten traditionellen Holzhäusern und netten Menschen. Der Süden von China ist bekannt dafür, das hier viele Minderheiten leben die einen sehr kleinen Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen. Diese Minderheiten haben ihre eigenen Traditionen und meist auch Kleidung, die vor allem von den Frauen getragen wird. So hatte fast jedes Dorf seine eigene Kleidung.

In einem kleinen Dörfchen haben wir nach einem Restaurant zum Mittagessen Ausschau gehalten. Nachdem wir eins gefunden hatten und fragten, wurden wir hereingewunken. Das ganze entpuppte sich aber als Familienfeier. Wir wurden daraufhin gleich eingeladen und durften mit essen. Es gab hier Hot Pot mit Fleisch und Gemüse und natürlich Reis. Uns wurde dann auch gleich Reisschnaps und Bier angeboten, da haben wir aber dankend abgelehnt, wir hatten ja noch ein paar Kilometer vor uns. Die Jungs am Tisch erklärten uns über den Handyübersetzter, dass es der letzte Tag des Weihnachtsfest oder Neujahrsfest ist, allerdings haben wir das dann nicht so ganz nachvollziehen können. Nach ein paar Selfies und Erklärungen über unseren Trip, ging es bei schönsten Wetter weiter entlang am Fluß. Am Abend fanden wir dann einen tollen Platz zum Campen, direkt am Fluss und konnten in sehr klarem Wasser baden.

Die nächsten Tage blieben wir am Fluss, aber das Wetter und die Straßen wurden schlechter. Wie immer in China haben wir viele Baustellen passiert und teilweise sehr kaputte Straßen befahren. Nachdem Regen, war dann alles ziemlich schlammig. Die Bikes und Taschen sahen so jeden Tag ziemlich dreckig aus.

Unser Ziel sollte Guilin sein, welches besonders durch seine berühmten Karstberge und die einzigartige Landschaft bekannt ist. Als wir kurz vor der Stadt eine kurze Pause gemacht haben, passierte uns ein Französisches Pärchen auf einem Tandem. Wir haben Sie in der Stadt dann wieder getroffen und sind zusammen ins Ease Hostel in Guilin gefahren. Die Beiden sind seit unserer Ankunft neben Solo.Stan mit dem wir eingereist sind, die ersten Radtouristen die wir in China treffen und es war schön mal ein paar andere Radler zu hören. Im Hostel haben wir dann auch Tom aus der Schweiz getroffen, der ebenfalls eine Radtour durch Südostasien macht. Besonders freuten wir uns auch auf Seth aus England den wir bereits in der Türkei getroffen haben. Wir haben immer wieder versucht uns zu sehen und in Guilin sollte es nun endlich klappen. So konnten wir wieder ein paar coole Stories hören und haben einige Erfahrungen austauschen können.

Guilin ist vorallem durch die berühmten Karstberge bekannt welche viele Touristen anziehen So gibt es in der Stadt viele Parks, Berge und Höhlen zu besichtigen. Allerdings wird hier für jede einzelne Anlage ordentlich Geld verlangt, typisch China eben. Für das Wahrzeichen der Stadt den Elefantenrüsselberg muss man stolze 15 Euro zahlen, um nur einen Blick auf das Loch im Fels werfen zu können. Frank hat sich die Schilfrohrflötenhöhle angeschaut, die selbst schon vom Staatsoberhaupt Xi Xingping besucht wurde. Die Tropfsteinhöhle ist wirklich beeindruckend und riesengroß. Durch die farbige Beleuchtung entsteht eine tolle Atmosphäre und setzt das ganze exzellent in Szene. Patrick war mit Tom in 7 Bikeläden um ein Paar Griffe für ihn zu finden, doch Qualität ist Mangelware. Alles in allem haben wir 3 Nächte in Guilin verbracht, um uns zu erholen 🙂

Nach Guilin ging es noch in den Touristen Ort Yangshuo, der auf unserem Weg nach Nanning liegt. Hier gibt es noch weitaus höhere und imposantere Karstberge als in Guilin zu besichtigen. Die Stadt ist eine Touristenmagnet, überall Bars und Restaurants und man sieht hier überdurchschnittlich viele Nichtasiaten sowie wird man überall auf der Straße und vor den Restaurants auf Englisch angesprochen, untypisch für China. Die Landschaft ist wirklich einzigartig, allerdings hatten wir ziemlich schlechtes Wetter und so nicht den besten Ausblick. Nach einem weiteren Tag Pause in Yangshuo geht es für uns weiter nach Nanning. Dort wollen wir unser Vietnam Visum beantragen, d.h. so langsam neigt sich unser China Aufenthalt dem Ende entgegen.

Hier noch ein paar Eindrücke von Yangshuo

Der Dschungel ruft

Wir waren irgendwie froh nach 5 Tagen Chengdu zu verlassen, da wir ein wenig gelangweilt von der Stadt oder auch vielleicht China sind. Aber nach nun fast 2 Monaten hier, weiß man wie der Hase läuft und freut sich natürlich auf neue Erlebnisse. Der Weg aus der Großstadt Chengdu lief für uns sehr entspannt und ruhig ab. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, ging es erst mal bergig weiter. Die Landschaft ist sehr grün und lässt ab und an schon ein wenig Dschungel Feeling aufkommen, so lässt sich erahnen, wie es dann in Südostasien aussehen muss. Wir fahren weiterhin durch dicht besiedelte Gebiete, in denen jeder Quadratzentimeter für Reisfelder oder sonstiges Nutzpflanzen genutzt wird. Was für uns auch immer sehr kurios ist, da es ja eigentlich viele kleine Ortschaften laut Karte gibt, wir diese aber kaum voneinander trennen können. Wir kennen von Zuhause, das nachdem eine Ortschaft zu Ende ist, es normalerweise ein paar Kilometer dauert bis der nächste Ort kommt. Hier ist der Übergang fließend, wenn es denn überhaupt einen gibt. So fahren wir den ganzen Tag eigentlich nur durch Ortschaften oder Städte ohne wirklich auch nur ein Fleckchen zu sehen, welches nicht bebaut oder vor allem zum Anbau von Reis oder ähnlichen genutzt wird. Das macht es weiterhin schwer für uns nach einen Zeltplatz zu suchen, aber auch die günstigen Hotelpreise von ca. 5€-7€ pro Person spielen hier einen entscheidenden Faktor das Zelt eingepackt zu lassen.

Das Essen in China ist ja generell schärfer als das was wir gewönnt sind. Jedoch in der Provinz Sichuan und auch in Guizhou, wo wir uns gerade befinden, wird durch den hier verwendeten Pfeffer und Chili alles noch einmal schärfer. Hier kann es schon mal passieren das der Mund einem kurzzeitig taub wird und der Schweiß wie beim Radfahren läuft.
Die Temperaturen sind zur Zeit sehr angenehm zum Radfahren und es kann für uns tendenziell nur noch wärmer werden. 🙂 Die ersten Tage starteten wir Morgens meist in einer dicken Nebelsuppe, teilweise hält sich der Nebel und die dicken Wolken den ganzen Tag, sodass man von der Landschaft nicht allzu viel mitbekommt.
Wir haben nach Chengdu den größten Fluß Chinas den Jangtsekiang überquert, leider konnten wir an diesem Morgen nicht viel sehen aufgrund des dichten Nebels, wie unschwer auf den Bildern zu erkennen ist.

Nachdem wir 3 Tage nur entlang von Ortschaften und Reisfeldern gefahren sind, ging es endlich wieder in die Berge. Entlang eines Flusses mit hohen und steilen Felswänden. Wir fühlten uns hier wie im Dschungel und alles war extrem grün und von den steilen Felswänden kamen überall kleine Wasserfälle herunter. Nachdem wir fast wieder 1000hm nach oben gekurbelt haben, änderte sich die Landschaft wieder und wurde teilweise wieder ein bisschen Europäischer. Wir diskutieren auch öfters unterwegs darüber, das manche Landschaftsteile vielleicht irgendwo bei uns in Europa liegen könnten. Können uns dann aber immer nicht ganz einigen.
Nachdem wir dann oben angekommen sind, gab es erst mal Mittag mit anschließender Selfie Stunde im Restaurant. Diesmal mit Bildmaterial damit ihr uns das auch glaubt.

Nach dem Essen durften wir fast alles was wir hochgefahren sind, wieder runter fahren. Nach vielen Baustellen und unzähligen Überholmanövern der teilweise langsam und kontrovers fahrenden Chinesischen Bevölkerung, sind wir dann in Xijiu eingetrudelt und haben uns hier im Hotel niedergelassen. Am nächsten Tag sollten wieder hauptsächlich Berge auf der Tagesordnung stehen. Nach unserem Start tat sich neben der Straße ein recht neuer Radweg auf, welchen wir natürlich gleich nutzten. Der Radweg führte imposant am Chishui He Flusses entlang, vorbei an schroffen Felswänden und meist abseits von der Straße. Wir trafen auch noch eine Gruppe älterer Herren aus Shanghai, die den Radweg mit ihren Klapprädern bewältigten und nur deswegen hier hergekommen sind. Hier mussten wir wieder für unzählige Selfies herhalten, bevor wir dann auch mal ein Foto mit der Bande machen durften. Der Radweg war für uns ein kleines Highlight und ließ sich wirklich wunderbar befahren und wir hätten so was hier in China nicht erwartet. Aber man muss hier in China auf alles gefasst sein, besonders wenn es um Bauvorhaben geht. Das sehen wir immer an den Autobahnen die hier durch die Berge gebaut werden. Bei uns Zuhause wurde vielleicht die Thüringer Wald Autobahn als innovativ bezeichnet, aber im Vergleich zu den Chinesischen Straßenbauprojekten die hier umgesetzt werden ist das in keinster Weise vergleichbar. Es scheint hier wirklich kein Berg zu hoch und keine Schlucht zu tief, um nicht irgendwie da eine Straße entlang zu bauen.

Die nächsten Tage verliefen wieder sehr hüglig, mal mit langen Anstiegen und Abfahrten oder es ging Berg- und Talbahn mäßig auf und ab. Teilweise haben wir auch das Problem das in unserer MapsMe App einige Straßen nicht oder nur unzureichend zu finden sind. So heißt es dann die Ortskundige Bevölkerung nach dem richtigen Weg fragen. Macht ja auch viel mehr Spaß!
Es gelang uns auch endlich mal wieder zu Zelten. Nachdem wir von einer langen Abfahrt über eine Hängebrücke nach Wujiang einrollten, erblickten wir von oben einen wunderschönen Fluss mit exzellenter Camping Möglichkeit. Da es schnell dunkel wurde, haben wir uns beeilt, eingekauft und schnell noch was gegessen. Dann ging es ab zum Fluss, Zelt aufgebaut und noch schnell im Bach gebadet. Während dessen wurden wir schon von ein Paar jungen Chinesen ein paar Meter neben uns zum Grillen eingeladen und haben hier natürlich nicht nein gesagt. Gegrillt wird hier ein bisschen anders als bei uns Zuhause und auch geschmacklich konnte die Sache nicht mit Zuhause mithalten, aber jedoch waren wir happy zu der lustigen Runde eingeladen worden zu sein. Nachdem die Grill Truppe in der Dunkelheit das Feld geräumt hat, haben wir die wirklich sehr schöne Atmosphäre am Fluss genossen. Später am Abend wurden die Brücken noch beleuchtet und das erste mal Campen seit langer Zeit wurde zu einem tollem Erlebnis. Am nächsten Morgen als wir uns zurück auf Straßenhöhe gekämpft haben, trafen wir eine Chinesische Radlertruppe allesamt mit E-Mountainbikes. Die Jungs wollten anscheinend zeigen wie Fit sie waren und so gab es ein kleines Rennen mit den Jungs. Die Jungs hatten gegenüber uns zwei Vorteile, kaum Gepäck und natürlich einen e-Motor. Nachdem der Großteil der Jungs gleich am Anfang kapitulierte hielten zwei tapfer durch. So schossen wir mit den Jungs die Berge hoch und runter. Am Ende hatten wir aber dann nach 15 km doch den längeren Atem und haben die Jungs abgehängt.

Als wir dann an unserem Ziel Guiyang angekommen sind, haben wir vor dem Shu Hostel durch Zufall unseren Zimmer Kollegen James aus Chengdu wieder getroffen. James ist aus Neuseeland und reist momentan durch Südostasien, war vorher aber schon in Europa unterwegs. Da waren wir natürlich glücklich, da James ein ziemlicher cooler Typ ist und wir in Chengdu viel Spaß mit ihm hatten.
In Guiyang haben wir den Qianling Park besucht, der ziemlich imposant mitten in der Stadt liegt und wirklich zu empfehlen ist. Der Park hat eine Größe von 42ha und beherbergt mehrere Seen, Höhlen, einen Tempel mit Mönchen, einen Zoo und Affen. Bei den Affen ist Vorsicht geboten, die sind ziemlich gewieft und klauen den Leuten das Essen und Trinken direkt aus den Händen. Werden aber auch von den Leuten mit Snacks und Cola gefüttert. Aber auch mit Reißverschlüssen an Rucksäcken sind Sie bestens vertraut, wie Frank am eigenen Leib erfahren musste als einer der Affen versuchte seinen Rucksack nach Essen zu untersuchen. Im Park haben sich James und Frank im Hongfu Tempel in ein paar Chinesische Kimonos geworfen und so waren Sie für die Chinesen der Blickfang schlecht hin.

Ansonsten haben wir es ruhig angehen lassen während der 2 Tage in Guiyang und unseren Beinen ein wenig Pause gegönnt. Die nächste Stadt die wir anfahren werden ist Guilin und vielleicht gibt es da schon wieder was neues von uns zu lesen.

Hier noch ein paar Eindrücke von Guiyang bei Nacht.

Faszination China

Nach unserem Stop in Lanzhou, hieß es auf Richtung Süden. Am ersten Tag ging es stetig bergauf durch wunderschöne Berge, die terrassenartigen Felder reichen bis hoch hinauf und lassen langsam das China erahnen, wie wir es uns vorstellen. In der ersten Nacht fanden wir einen kleinen Steinbruch zum Zelten. Patrick hatte durch das kühle Wetter, leichte Halsschmerzen. Diese waren auch am nächsten Morgen noch da. Also entschlossen wir langsam zur nächsten Stadt zu fahren und nach einem Hotel zu schauen. Nach 35 Km erreichten wir Taoyang und checkten ein. Leider wurden aus den Halsschmerzen eine ordentliche Erkältung/Grippe. So blieben wir mehrere Tage im Hotel und entspannten ein wenig.

Das Wetter wurde zunehmend schlechter und der Wetterbericht verhieß nichts gutes. Dennoch setzten wir uns in Bewegung. Nachdem es kontinuierlich bergauf ging, entschlossen wir uns am Abend doch nochmal ins Hotel zu gehen. Als wir das Zimmer gerade mit der Klima auf Temperatur hatten, die Heizdecken glühten und wir im Bett lagen – STROMAUSFALL. Nun so blieb es auch bis zum nächsten Morgen. Vor den Geschäften standen überall Notstromaggregate, also alles normal. In der Nacht schneite es 10 cm und rings um war alles Weiß aber es taute bereits wieder ein bisschen. Wir radelten einen 3000m hohen Pass entgegen. Oben angekommen trafen wir einen Chinesischen Mopedfahrer. Er ist in Shanghai gestartet und hat Tibet besichtigt und war als wir ihn trafen wieder auf dem Rückweg. Später im Restaurant sitzen wir neben ihm und er half uns ein Hotel zu finden. Leider dürfen hier nicht alle Hotels ausländische Touristen aufnehmen und so mussten wir 20 km in die falsche Richtung talabwärts fahren. Bei den Temperaturen, aber definitiv die richtige Entscheidung. Die Hotels sind echt Spitze, heiße Dusche, großen Fernseher und ein anständiges Bett und super günstig was will man mehr?

Weiter ging es wieder 50 km einen Pass hinauf, durch einen Tunnel und nach Min. Es ist immer erstaunlich wie unsere Chinesischen Freunde schauen, Bilder machen ohne zu fragen und mit dem Finger auf uns zeigen. An das scharfe Essen gewöhnen wir uns langsam und schaffen es immer besser unsere Wünsche zu äußern. Es gibt nun in vielen Restaurants 3 einfache und günstige Gerichte die wir uns abwechselnd zu Gemüt führen. Gebratener Reis, Gebratene Nudeln oder Suppe mit Fleisch und Nudeln. 🙂 Am besten  man sucht Restaurants mit Bildern, das erleichtert einiges.

Nachdem wir in Min gestartet sind, fuhren wir durch das Qinling Gebirge. Es ist beeindruckend wie hoch und steil die Berge sind. Im Tal entlang durch viele kleine Ortschaften mit viel Dreck und Staub auf den Straßen. Ein weiterer Punkt der uns auf den Chinesischen Straßen extrem nervt ist das ständige hupen. Wir kennen das ja schon, das Fahrzeuge hinter uns hupen, um zu signalisieren es kommt jemand. Aber die LKW’s und vor allem die Busse fahren teilweise mit gedrückter Hupe an uns vorbei. Ganz nachdem Motto wer am längsten und lautesten hupt hat Vorfahrt. Baustellen gibt es in China wie Sand am Meer, die vielen Menschen müssen ja auch irgendwie beschäftigt werden. Durch das schmale Tal, wird mit aller Gewalt an einer Autobahn gebaut. Es ist schon beeindruckend zu sehen mit welchem Aufwand die Chinesen ihre Bauvorhaben umsetzten.

Am Abend fragten wir nach einer Unterkunft in einer kleinen Stadt und schliefen in einer Art Ferienwohnung privat. Super unkompliziert ohne Ausweis oder Polizeikontrolle und für 5€ für 2 Personen doch sehr günstig. Es war sehr spannend zu sehen, wie die Chinesen leben. Teilweise schlafen und arbeiten Sie in einem Raum. Oft stehen in einem kleinen Hinterzimmer einfach ein Bett, ein Ofen und ein Fernseher.
Die Landschaft ist nun wieder herrlich grün, allerdings stiegen die Temperaturen nicht über 10°C-15°C. Nachdem es den ganzen Tag kontinuierlich leicht bergab ging, was bei Gegenwind aber nicht auffällt, erreichten wir Wudu. Hier nahmen wir uns wieder ein Hotel und durften sogar unsere dreckigen Fahrräder mit aufs Zimmer nehmen. Allerdings hatten wir hier auch wieder mehrmals Besuch vom Hotelpersonal im Zimmer, dem wir unsere Reiseplanung diktieren mussten. Eine größere Stadt in der wir ein schlechtes Fastfoodlokal ausprobierten, um mal ein wenig Abwechslung zu haben.

Nach Wudu ging es 30 km im Tal entlang und dann 1000 Höhenmeter auf einer sehr wenig befahrenen und kurvigen Straße durch die Berge. Wir fuhren knapp 2 Stunden für die 20 km und wurden oben auf den letzten Metern mit Serpentinen und einem atemberaubenden Panorama überrascht. Oben die nassen Sachen aus und warme trockene Sachen an. Die Abfahrt war lang und durch die Serpentinen und nassen Straßen richtig spaßig. Es ging dann für uns bis in die nächste Ortschaft und ab ins Hotel und unter die warme Dusche.

Die nächsten Tage blieb uns die wunderschöne Landschaft erhalten und wir fuhren auf kleinen Straßen immer wieder auf und ab. Immer mit Blick auf die Autobahn, die wirklich sehr beeindruckend durch das Tal verlief.  Wir erreichten dann einen größeren Stausee an dem eine sehr wenig befahrene Straße entlang führte. So macht das Radfahren Spaß und wir genossen das geringe Verkehrsaufkommen und die saubere Luft. Die Temperaturen wurden jetzt auch wieder deutlich angenehmer und wir konnten nach einer längeren Kälteperiode endlich wieder die kurzen Hosen rausholen. Nachdem wir den Stausee hinter uns gelassen hatten, wurden die Berge auch deutlich niedriger und erreichten das Rote Becken. Wir fuhren durch viele Ortschaften und dicht besiedelte Gebiete. Das macht es für uns auch ziemlich schwer einen Zeltplatz zu finden. Da erstens überall Häuser stehen und zweitens überall Felder sind wo Reis, Mais und sonstige Sachen angebaut werden. So haben wir immer jede Menge Spaß ein Hotel zu finden was uns aufnehmen darf. In einer kleinen Stadt fragten wir ein paar Passanten nach einem Hotel die zeigten auf ein Kaffee in unmittelbarer Nähe. Nach kurzer Absprache und Besichtigung bezogen wir das rustikale Zimmer.

Die Hotels müssen anscheinend  der Polizei melden, wenn Fremde im Hotel übernachten. Während Patrick unter der Dusche stand rückten schon die ersten Polizisten im Hotel an und so war es nur eine Frage der Zeit bis wir Besuch im Zimmer bekommen sollten. Während Patrick vom Duschen kam und noch nicht mal richtig angezogen war hatten wir schon ca. 5 Polizisten Plus Schaulustige im Zimmer. Die wollten natürlich unsere Reisepässe, China Visa und unsere Route in China wissen. Nach 20 min Erklären und wilden Gestikulieren, waren die Polizisten zufrieden und wir durften im Hotel bleiben. So langsam nervt das mit den Hotels und der Polizei und wir hoffen das wir bald mal wieder Zelten können.

Wir hatten so noch ca. 2 Tage vor uns bis Chengdu. Es ging hier hauptsächlich nur durch Ortschaften und die ersten größeren Vorstädte mit viel Verkehr und SMOG. Die letzten beiden Radtage haben wir eigentlich alles in einem grauen Schleier gesehen und selbst die Sonne schaffte es nicht durch die Suppe hindurch. Die Einfahrt nach Chengdu war an sich recht entspannt und wir steuerten als erstes den Tianfu Platz im Zentrum an. Hier wollten wir auf dem großen Platz ein Foto machen, wurden aber von der Polizei daran gehindert und uns wurde klargemacht hier ist Radfahren verboten. Aber nichtsdestotrotz konnten wir die Polizisten überreden ein Bild von uns zu schießen.

Wir sind dann im Mrs. Panda Hostel untergekommen, welches sehr günstig ist und eine nette Atmosphäre mit kleiner Bar bietet. Hier haben wir auch das erste mal seit unser Einreise in China andere Touristen getroffen und Chinesen die Englisch sprechen. Chengdu gehört zu den Lebenswertesten Städten in China und daher findet man hier auch sehr viele Ausländer oder auch Expats die hier arbeiten und z.B. Restaurants oder ähnliches Betreiben. Die Stadt hat ca. 14 Millionen Einwohner und ist unter anderem für Pandas bekannt, die in unmittelbarer Nähe in einer Art Zoo zu bestaunen sind. Allerdings hatte die Stadt für uns jetzt nicht unbedingt so viel zu bieten. Die Stadt ist aufgrund des aktiven Nachtlebens mit vielen Clubs und Bars sowie einer große Universität sehr beliebt und zieht somit viele Junge Menschen an. Nach 5 Tagen Pause, Weißbier und Schnitzel soll es nun weiter Richtung Süden gehen.

Ab nach Lanzhou 

Nachdem Start nach Lanzhou waren wir gespannt, was uns Landschaftlich erwartet. Es war nicht mehr ganz so karg und es wurde schon ein wenig grüner. Wir passierten viele kleine Ortschaften und hatten so viel Abwechslung und haben viele freundliche Menschen getroffen. Es ist gerade Erntezeit und überall auf den Feldern entlang der Straße wird hart gearbeitet. Angebaut wird hauptsächlich Mais, wir haben auch Felder mit Peperoni’s, Dattel und Walnuss Bäume sowie große Apfel Plantagen gesehen. Viele Menschen leben hier ausschließlich von der Landwirtschaft und man sieht ihnen die harte Arbeit sehr an. Während unser ersten Nacht nach dem Start erlebten wir einen heftigen Sturm, der uns fast das Zelt wegwehte. So mussten wir Nachts unser Zelt im Sandsturm nochmal komplett abspannen, was ein ganz schöner Spaß war.

Am nächsten Morgen hatten wir dann auch deutlich kühlere Temperaturen und so mussten wir seit langem mal wieder die langen Klamotten rausholen. Das kühle Wetter begleitete uns ein paar Tage, auch hier steht der Herbst vor der Tür und die Bäume färben sich so langsam herbstlich. Aber wir hatten Glück und die Sonne zeigte sich ein paar Tage später wieder. Allerdings Nachts wird es jetzt schon sehr kalt und wir sind froh unsere Warmen Schlafsäcke zu haben.

Unsere Strecke nach Lanzhou verlief eigentlich recht entspannt meist parallel zur Autobahn oder verbotener Weise auch mal darauf. Bis kurz vor Lanzhou hatten wir auch kaum Höhenunterschiede zu bewältigen. Das Problem ist immer auf die Autobahn zu kommen. Sie ist komplett eingezäunt und über die normalen Auffahrten ist es normalerweise nicht immer möglich, da dort Zollstationen sind und die Polizei natürlich keine Radfahrer auf der Autobahn will. Wir haben hier meist ein Loch im Zaun genutzt oder uns an einer Zollstation durchgemogelt, verfolgt hat uns bisher noch niemand. Vor Lanzhou mussten wir dann noch einen fast 3000m hohen Pass bewältigen, dieser hatte aber eine sehr moderate Steigung. Oben angekommen hatten wir eine tolle Landschaft vor uns, bevor es dann auf die 160km lange Abfahrt nach Lanzhou ging. Wir hatten die letzten beiden Tag vor Lanzhou tollen Gegenwind, was dann natürlich extrem viel Spaß macht. In Richtung Lanzhou kamen auch deutlich mehr Ortschaften und Städte. Dadurch wurde es auch extrem dreckig. Speziell auf den Straßen liegt unglaublich viel Staub, der aufgewirbelt wird und auch die Abgase von einigen Fahrzeugen sind extrem. So waren wir froh das wir jeden Abend einen Fluss gefunden haben, wo wir uns wenigstens den ganzen Dreck und Staub abwaschen konnten.

Lanzhou ist die Hauptstadt der Provinz Gansu und mit 3,3 Millionen Einwohnern eine eher kleinere Großstadt in China. Durch die Stadt fließt der Gelbe Fluss der auch grob die Reis und Nudelgrenze in China bildet, also ab jetzt gibt’s nur noch Reis. Er bildet auch die Grenze zwischen dem Gelben und dem Grünen China und so lassen wir die Wüste langsam aber sicher hinter uns. Lanzhou wurde auch vor mehreren Jahren aufgrund der Luftverschmutzung zur dreckigsten Stadt der Welt erklärt. In China wird hauptsächlich mit Kohle geheizt und das erzeugt natürlich ordentlich Smog. China ist damit auch seit einigen Jahren der größter Umweltverschmutzer auf unserem Planeten. Aufgrund das China ein Schwellenland ist, sind hier die Forderungen des Kyoto Protokoll nicht so streng und es wird sich hauptsächlich auf das Wirtschaftswachstum konzentriert und es darf so fröhlich weiter verschmutzt werden.

Angekommen in Lanzhou mussten wir erst mal ein Hotel finden, welches uns aufnehmen durfte. Wir dachten wir hätten diesen Spaß hinter uns gelassen. Nach 2 Stündiger Suche und etlichen Diskussionen an der Rezeption, durften wir dann in einem 7DaysInn Hotel einchecken. Wir sind in 7 Tagen jetzt ca. 760km gefahren und froh mal eine kleine Pause einlegen zu können. Eine richtige Dusche und saubere Wäsche ist schon Luxus!
Am ersten Pausentag nutzte Frank das gute Wetter und kletterte auf den Hausberg der Stadt Gao Lan Shan. Von hier hatte man einen tollen Blick über die ganze Stadt. Hier gab es verschieden alte Chinesische Pagoden sowie auch ein Kloster mit Mönchen. Hier nutzte Frank auch gleich die Chance in einen traditionellen Chinesischen Kimono zu hüpfen. Ansonsten haben wir ein bisschen das Nachtleben erkundet, haben hier aber nicht besonders viel interessantes gefunden.

Nach Lanzhou ist unser nächstes Ziel Chengdu das ca. 850km weiter im Süden liegt. Wir hoffen das wir dann so langsam die subtropisches Klimazone erreichen und so dem kaltem Herbstwetter hier entfliehen können.
Mit unserem Freund Adi Rückewold hatten wir vor kurzem auch wieder ein kleines Interview und vielleicht hat uns der ein oder andere auch im Radio gehört. Wir sind super Happy und dankbar über die Möglichkeit die uns Adi bietet. Diesmal gab es sogar einen Artikel auf der Antenne Thüringen Seite auf dem auch unser Radio Edit zuhören ist.

http://www.antennethueringen.de/blog/thueringen/mit-dem-fahrrad-einmal-um-die-welt-265535

Die Wüste !!!

Nachdem wir in Kashgar aufgebrochen sind, ging es für uns am  nördlichen Ufer der zweitgrößten Sandwüste der Welt entlang, der Taklamakan Wüste. Wir haben uns für die nördliche Umfahrung entschieden, um hier aufgrund von zu viel Langeweile und Eintönigkeit eventuell den Zug in Anspruch zu nehmen. Ja und was sollen wir sagen, es ist unglaublich langweilig hier zu radeln. Die Straße geht endlos geradeaus und man sieht eben einfach keinen Fortschritt, obwohl wir ca. 100km jeden Tag gefahren sind. Unser tägliches Bild ist auf der linken Seite die Ausläufer des Tiashin Gebirges und auf der rechten Seite grenzenloses nichts, die Wüste. Wir haben somit auch unsere Vorräte aufstocken müssen. Vor allem mit Wasser, so hatten wir dann meist ca. 8-10 l Wasser dabei und Essen für 2-3 Tage. Da Ortschaften und Raststellen an der Autobahn rar gesät sind. So haben wir auch kaum Menschen gesehen. 

Auf unserem Weg haben wir in den größeren Städten Aksu und Kuqa Pause gemacht und hier den totalen Gegensatz zur Wüste kennengelernt. Im totalen Gegensatz haben wir auch China erlebt, aber dazu später mehr. Nach nun fast 1,5 Wochen auf dem Rad entlang der Wüste, haben wir uns entschieden in Korla in den Zug zu steigen und bis nach Jiayugan, dem westlichen Ende der Chinesischen Mauer und dem allmählichen Ende der Taklamakan Wüste zu fahren. Wir haben dabei kein schlechtes Gewissen und sind froh die langweilige Wüste so hinter uns lassen zu können. 

Kommen wir nun zu unseren ersten Eindrücken über das große Reich der Mitte. Wir erleben China hier im totalen Gegensatz, dies bezieht sich hauptsächlich auf die Provinz Xinjiang, welche den Nordwestlich in China liegt. Zum einen sind die Menschen hilfsbereit wie wir das auf unserer Reise schon sehr oft kennengelernt haben. Zum Beispiel als wir in Aksu ein Hotel gesucht haben. Hier ist der Mitarbeiter eines Radshops mit uns durch die Stadt getingelt und hat mit uns versucht ein Hotel zu finden. Ebenso in Korla als uns beim Ticketkauf für unsere Zugfahrt, am überfüllten Ticketschalter ohne Englisch Kenntnisse der Mitarbeiter weitergeholfen wurde. Die Straßen sind in tadellosem Zustand sowie auch die Infrastruktur in den Städten. Alles ist sauber und aufgeräumt.

Aber der Großteil unserer Erlebnisse ist doch durchaus sehr kurios. Was uns am allergrößten auffällt und auch stört ist das immense Polizeiaufgebot überall. Will man ein Geschäft, Restaurant oder nur eine Unterführung betreten, muss man erst durch einen Metalldetektor und seinen Rucksack durch einen Scanner schicken. Wir haben diese Kontrollen größtenteils ignoriert und sind einfach daran vorbeigelaufen, was ebenso möglich ist. Wir wurden meist nur schief angeschaut, haben aber niemals einen  Anpfiff bekommen. Mit dem Bus ging es von Kuqa nach Korla, hier ist ein größerer Bahnhof wo wir unsere Fahrräder für den Zug aufgeben können. Während der Busfahrt passierten wir zwei Passkontrollen auf der Autobahn. Hier müssen alle Leute aus dem Bus aussteigen, ihre Ausweise in der Polizeistation zeigen und werden erfasst. Wir als Ausländische Gäste werden natürlich extra lange aufgehalten. Hier werden erst Fotos von unserem Pässen, China Visa und von uns angefertigt und noch ein paar Fragen auf chinesisch die natürlich niemand beantworten kann. Nach ca. 30min Kontrolle ging es  dann endlich weiter. Zwei Stunden später fuhren wir erneut in so eine Kontrolle und das absolut gleiche Spiel wie zuvor, wir konnten uns nur noch an den Kopf fassen und haben mehr oder weniger mitspielen müssen. Unseren Reisepass hatten bis jetzt schon mehr Chinesen in der Hand als wir selbst. Auch wurden wir schon mehrmals in kleineren Ortschaften von der Polizei angehalten und kontrolliert. Es wirkt nur alles sehr unprofessionell wie die Chinesischen Polizisten vorgehen. Keiner spricht Englisch und Reisepass und Visa lesen gehört auch nicht zu deren Stärke. Kommen wir nun zum Thema Hotel in China. Im Westteil von China ist nicht jedes Hotel dazu befugt, Ausländische Gäste aufzunehmen. Dies ist von der Regierung angeordnet, um wahrscheinlich die Ausländischen Gäste besser überwachen zu können. Dieses Problem hatten wir in Aksu als uns der nette Mitarbeiter vom Radshop weiterhelfen wollte, aber die Hotels die er uns empfahl waren nicht befugt uns aufzunehmen, auch nicht nach Absprache mit der Polizei. Gefunden haben wir dann aber trotzdem noch eins. In Kuqa mussten wir im Hotel sogar unsere Reiseroute darlegen und über unsere weitere Reiseziele in China Auskunft geben bevor wir einchecken durften. Wie ihr seht hält China seine Besucher stehts im Blick, gut finden wir das nicht aber man muss sich damit abfinden.

Die Hauptursache für das hohe Polizeiaufkommen in der Provinz Xinjiang, liegt daran, dass es Grenzregion ist und China hier alles streng kontrolliert und zum anderen um die ansässige Bevölkerung die hauptsächlich aus Turkvölkern besteht zu kontrollieren. Diese Turkvölker bestehen hauptsächlich aus Kasachen, Kirgisen, Mongolen und weiteren vielen verschiedenen Untergruppen die aber an der Gesamtbevölkerung nur 1% ausmachen, der Rest sind alles Han-Chinesen. Die Regierung versucht viele Han-Chinesen in diese Westlichen Regionen zu locken, um dort die Kultur der Uiguren zu schwächen. Die Uiguren oder Turkvölker leben nach dem Islam, welcher sich von den  eigentlichen Religionen in China dem Taoismus und Buddhismus sehr unterscheidet. Viele größere Städte entlang der Seidenstraße wurden auch komplett niedergerissen und komplett neu hochgezogen, um hier die Uigurische Kultur zu zerstören. Teilweise sieht man in den Vororten noch die eigentlichen Häuser aber die Stadtzentren sind komplett mit Hochhäusern und allerlei neuen Gebäuden gesäumt. Dies hat natürlich alles einen faden Beigeschmack wie wir finden. Beim durch die Stadt schlendern wie zum Beispiel in Aksu, wurden wir von den Menschen teilweise sehr grotesk angestarrt und das zeigt uns, das hier nicht viele Ausländische Besucher unterwegs sind.

Mit unserer Zugfahrt hatten wir die Hoffnung, wenn wir die neue Provinz Gansu erreichen, dass sich die Lage ein wenig entspannen wird. Als wir dann in Jiayugan in den frühen Morgenstunden angekommen sind, trauten wir unseren Augen nicht. Keine Polizei, nirgends Passkontrollen. Auch Tagsüber konnten wir nichts davon sehen und waren doch sehr erleichtert und diesen Kontrollwahnsinn hinter uns gelassen zu haben. In Jiayugan haben wir uns die Chinesische Mauer angesehen. Der Teil der Mauer der hier steht ist aus der Ming Dynastie und ca. 1372 erbaut wurden. Er stellt damit das Westliche Ende der Mauer dar.

Von hier aus wurden im  Kaiserreich Verurteilte, Intellektuelle und sonstige Verstoßene in die Verbannung geschickt. Nach einem Tag in Jiayugan haben wir uns auf den Weg ins ca. 760km entfernte Lanzhou gemacht. Wie es uns bis dort erging erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag

Ni hao China

Die Einreise nach China war ein absolutes Abenteuer für uns und das werden wir so schnell nicht vergessen. Aber jetzt mal alles von Anfang an. Nachdem wir an der Kirgisischen Grenze unsere Ausreisestempel bekommen haben, sind wir Richtung Chinesische Grenze geradelt. Hier mussten wir warten, da eine ganze Truppe Kirgisischer LKW Fahrer abgefertigt wurde. Nach der Überquerung des ersten Checkpoints, fuhren wir entlang einer ewig langen Schlange von wartenden LKW’s in Richtung Grenzgebäude. Hier sahen wir von außen das bereits ein Fahrrad im Gebäude stand, ein weiterer Reiseradler also. Im Aufenthaltsraum trafen wir dann auf David Stanbridge, den wir bereits in Österreich kurz vor Linz getroffen haben. So klein ist die Welt manchmal. David will noch bis nach Australien fahren und ist solo unterwegs. Als wir dann von den Grenzbeamten aufgerufen wurden, ging die Odyssee los. Zuerst wurden unsere ganzen Taschen gescannt. Anschließend mussten wir unsere Taschen leeren und es wurde alles kontrolliert was wir dabei haben. Bilder auf dem Fotoapparat und Laptop. Hier wurde auch unser Taschenmesser  einkassiert, da die Klinge zu lang war. Dies war für uns ein herber Verlust, da das Messer unser täglicher Begleiter ist und es eine Leihgabe von Patricks Freund Martin war. Es tut uns Leid!!!

Im vollgepackten Taxi ging es 150km zur eigentlichen Grenzstation

Nach der Durchsuchung wurde uns dann ein Taxi geordert, welches uns zur eigentlichen Grenzstation fuhr, die ca. 150km entfernt war. Ja ihr lest richtig, 150km und man darf dort nicht Radfahren, da die Chinesische Regierung dies nicht duldet. Während dieser Fahrt behält der Taxifahrer unsere Reisepässe und man bekommt Sie erst wieder, wenn der Stempel im Pass ist und der Taxifahrer einen abgeliefert hat und das Taxi bezahlt ist. Eine sehr bizarre Situation für uns. Nachdem wir in der eigentlichen Grenzstation angekommen sind, wurden unsere Taschen ein weiteres mal durchleuchtet. Anschließend bezahlten wir das Taxi und konnten endlich unsere Reisepässe wieder entgegennehmen. Die ganze Prozedur hat fast 5h in Anspruch genommen.

Ziemlich ausgelaugt nach dieser Aktion ging es dann in Uruquat in ein Chinesisches Restaurant. Das Essen war sehr lecker und super günstig. Wir beschlossen dann zusammen mit David uns auf den Weg ins ca. 100km entfernte Kashgar zu machen. Laut Höhenprofil sollte es hauptsächlich nur bergab gehen und so war unser Ziel am Abend dort anzukommen. Die Fahrt verlief unspektakulär über die Autobahn mit recht wenig Verkehr. David legte ein ordentliches Tempo auf der Geraden vor und wir folgten still und heimlich im Windschatten. Er ist ja auch fast zwei Meter groß, da konnten wir uns gut verstecken.

Wir waren natürlich die Attraktion schlecht hin
Mit David ging es flott Richtung Kashgar

Einfahrt nach Kashgar

In Kashgar sind wir dann im Pamir Youth untergekommen und relaxen hier ein wenig. Kashgar ist eine alte Oasenstadt entlang der Seidenstraße und im Zentrum stehen sehr viele alte Gebäude und man hat eher das Gefühl irgendwo im Orient unterwegs zu sein anstatt in China. Ebenso die Menschen sehen hier nicht alle asiatisch aus, viel deutet auf einen starken arabischen Einfluss.

Auf dem Scooter Highway ging es ins Zentrum
Hier läuft niemand. Jeder fährt auf seinem E-Roller durch die Gegend
Und dann durften wir unsere Fahrräder in den 3. Stock tragen. Ach was ein Spaß

Im Hostel angekommen haben wir uns ein Bier gegönnt.
Auf dem Nachtmarkt in Kashgar.
Ach was sieht das lecker aus.