Bulgarien die Zweite !!!

Nach unsere Überfahrt mit der Fähre nach Bulgarien nach Swischtow, stand erstmal ein kurzer Shopping stop an, bevor wir uns an die Zeltplatzsuche machten. Nach ein wenig hin und her, fanden wir in einer Art Parkanlage ein super Platz direkt an der Donau. Hier konnten wir unseren letzten Abend an der Donau genießen, die uns seit Beginn unserer Reise begleitete.

 

Am nächsten morgen machten wir uns auf in Richtung Balkangebirge und ab hier war es dann vorbei mit flach dahin radeln wie an der Donau. Es ging erstmal stetig bergauf mit strahlendem Sonnenschein und 30°C. So ging es eigentlich den ganzen Tag weiter und Gott Sei dank, auch immer wieder mal bergab. Wir fuhren durch viele kleinere Ortschaften wo sehr viel Menschen auf den Straßen unterwegs waren.

 

Wir passierten einige kleinere Stauseen an denen wir allerdings nicht campen durften. So fuhren wir weiter bis Popovo, wo wir an einem See einen versteckten Platz in den Büschen fanden. In der Nacht regnete es mehrmals, sodass es am nächsten Morgen nicht ganz so heiß wurde und der Himmel teilweise sehr bedeckt war. So radelten wir weiter, natürlich wieder mit der einen oder andere Bergetappe. Allerdings nicht ganz so wild wie am Vortag. Die Landschaft verändert sich und wir nähern uns den Ausläufern des Balkangebirges. Nach einer späten Mittagspause um 16.30, ja wir schlafen manchmal einfach zu lange, ging es weiter.

 

Patrick bemerkte dann ein Schleifen am Hinterrad und wir untersuchten den Hinterreifen fanden allerdings nichts. Bis wir dann die Felge begutachteten und hier fanden wir das Problem. Die Felgenflanke war gebrochen und bog sich nun durch den Reifendruck immer weiter nach außen. Da war die Stimmung mal kurzzeitig im Keller, aber wir beschlossen mit weniger Luftdruck weiterzufahren, um so in die nächste größere Stadt zu kommen und eventuell einen neuen Felgenring zu bekommen.

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Das ist der Übeltäter

Einen Zeltplatz fanden wir abends auf einer kleinen Wiese am Waldrand. Am nächsten Morgen beschlossen wir es so weit wie möglich mit Patricks kaputtem Hinterrad zu fahren und eventuell bis Burgas ans Schwarze Meer zu kommen. Was mit ca 115km eine ziemlich stramme Etappe werden sollte. Die Felge hielt den Tag soweit durch und wir hatten einige lange Anstiege zu bewältigen. Am Ende kamen über 1500hm zusammen. Das war bereits unser 6. Fahrtag ohne Pause und das merkten wir ordentlich.

 

Auf den letzten 30 km kam uns ein heftiger Wind vom Schwarzem Meer entgegen, der das fahren nicht einfacher machte. So kämpften wir uns ziemlich fertig bis nach Burgas an Schwarze Meer. Wir sind mega Happy und stolz auf uns, das wir es bis hier her geschafft haben und gönnen uns hier erstmal ein paar Tage Pause nach 2500 km. Auch haben wir nach einen Radladen gefunden, der Patricks Hinterrad mit neuem Felgenring einspeicht. Wir haben beschlossen, wenn wir in Istanbul ankommen, eventuell unsere kompletten Laufräder nochmal auf stabilere Felgen umspeichen lassen, da wir auf Nummer sicher gehen wollen.

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Das Wetter war zwar nicht so gut, aber wir sind trotzdem glücklich am Schwarzen Meer angekommen zu sein

In die Walachei nach Rumänien

Nach unserem kleinen Stop in Vidin/Bulgarien, haben wir uns aufgemacht um über die Donau nach Rumänien zu starten. Unsere Einreise war nicht so angenehm wie bisher. An er Grenzstation empfingen uns schon ein paar Hunde, die mit unseren Bikes wohl nicht so zurecht kamen. Mit lautem Gebell und ständigem verfolgen, Biss einer erstmal in Franks hintere Gepäcktasche. Nach kurzer Ausweiskontrolle ging es weiter und hier bemerkte Frank, das eine Schraube aus der Taschenhalterung gebrochen war. Diese konnten wir aber vor Ort zum Glück wieder reparieren. So hatten wir einen leicht holprigen Start in Rumänien.

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Kurz nach der Einreise in Rumänien

Wir fuhren auf ebenen Landstraßen gefühlt ewig gerade aus und passierten viele kleine Dörfer. In den Dörfern viel uns der gravierende Unterschied zu den anderen Ländern auf, durch die wir gereist sind. Die Bevölkerung ist teilweise deutlich ärmer und viele Häuser an denen wir vorbeiziehen sind in schlechtem Zustand. Meist ist in den Dörfern nur die Hauptstraße geteert und die restlichen Nebenstraßen sind einfache Feldwege. Dennoch war der Straßenzustand in Ordnung. Viele der Rumänen sitzen vor ihren Häusern mit mehren Leuten zusammen und genoßen den Sonntag. Uns wird viel gewunken und viele rufen uns zu. Die Menschen machten auf uns einen sehr freundlichen Eindruck und uns tat bereits nach dem ersten Tag Rumänien der Arm vom winken weh, da uns wirklich fast jeder den wir sahen grüßte. Natürlich hatten wir das Glück in der ein oder anderen Ortschaft wieder ein paar Hunde anzuziehen, die uns natürlich wieder einmal mit lautem Gebell verfolgten.

In jeder Ortschaft sahen wir viele Menschen mit Pferdefuhrwerken, welche bei uns als normales Fortbewegungsmittel undenkbar wären, gehört hier zum Alltag. Und hier wurde natürlich auch wieder gewunken und gegrüßt bis die Arme nicht mehr können. 🙂

So ganz nebenbei knackten wir hier auch die 2000km Marke, auf die wir schon ein bisschen stolz sind.

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2000km !!! Und der Stroch freut sich mit uns

Nachdem wir uns einen See zum Campen ausgemacht haben, versuchten wir da unser Glück. Allerdings mit den umgebenden Schäfern und Bauern mit ihrem Hunden, die schon wieder ordentlich Lätm machten, war uns die Sache nicht ganz so geheuer. So fuhren wir noch ein bisschen weiter und fanden einen nicht ganz so optimalen Platz hinter ein paar Büschen. Am nächsten morgen, es war Montag, wurden wir von dem lauten Gerede von zwei Feldarbeiterinnen neben uns geweckt. Eine der Frauen hatte ihr Baby dabei was eigentlich nur am schreien war und Sie ein wenig von der Feldarbeit abhielt. Als wir dann aus dem Zelt krabbelten wurden wir aber kaum beachtet und packten zusammen und fuhren weiter.

Was uns in dieser ländlichen Gegend besonders auffiel, ist das viele der Bewohner anscheinend komplett von der Landwirtschaft leben. Und so sahen wir ganze Familien auf dem Feld arbeiten und ackern.

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Hier wird noch zusammen angepackt !!!

Für uns ein sehr ungewohntes Bild, das wir eventuell nur noch von Erzählungen unserer Großeltern kennen. Auch hier wurden wir von weitem gegrüßt und uns wurde freundlich gewunken. Nachdem wir in einem kleinem Cafe an der Straße in Bechet Pause machten, trafen wir zwei Jugendliche die sehr gut Englisch sprachen. Hier konnten wir mal so einige Dinge in Erfahrungen bringen. Auf die Frage warum alle zu uns immer Ola rufen, bekamen wir die Antwort, das viele Rumänen in Spanien arbeiten und man so sich dort grüßt. Weiterhin bekamen wir auch mit, das viele Menschen auswandern um woanders Geld zu verdienen. Jedoch ist es auch für uns verwunderlich, das der eine Teil der Bevölkerung sehr wenig hat und andere deutlich mehr. Uns begegnen auf der Straße Porsche Cayenne und Mercedes AMG, gefolgt von einem uraltem Pferdefuhrwerk.

Abends fanden wir einen netten Campingplatz an einem Kanal mit Sand und es kam schon fast Strandfeeling auf.

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Strand und Sonne was will man mehr

Nachdem es die Nacht stark gewitterte, empfing uns der nächste Morgen mit strahlendem Sonnenschein und gefühlten 30°C im Zelt. Unsere Fahrt ging weiter nach Turnu Măgurele, wo wir unsere Frühstückspause machten. Die Stadt zeigte sich komplett anders als die vielen Ortschaften und kleineren Städte vorher. Sehr aufgeräumt und sauber.

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Frühstückspause in Turnu Măgurele

Hier trafen wir auch zufällig unsere Schweizer Kumpels von HelloBikeWorld wieder. Die einen Tag Pause eingelegt hatten. Aber mit der Fähre bereits wieder nach Bulgarien übersetzen wollten.

Später am Nachmittag trafen wir noch die Hopsens www.hopsonsontour.wordpress.com. Ein Ehepaar aus Cornwall England, die sich auf den Weg in ihre Heimat machten. Sie haben bereits Südostasien mit dem Rad bereist und haben noch so einige andere Länder vor sich, wie Sie uns berichteten. Wir tauschte ein wenig unsere Erfahrungen aus, über Hunde und Reisen und diskutierten ein wenig die wirtschaftliche Lage Rumäniens. Vor allem die ungleiche Verteilung des Reichtums und die vorhandene Korruption.

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Die Hopsons und wir

Die Landschaft hier in diesem Teil Rumäniens ist ziemlich flach und von vielen kleinen Seen und Weideland geprägt. Hier passt auch der Ausspruch das wir in der Walachei gelandet sind, denn so heißt die Gegend die wir durchfuhren.

Nachmittags nahmen wir dann wieder Kurs auf Bulgarien. Kurz vor der Grenze bemerkte Patrick, das die Luft im Hinterreifen immer weniger wird. Und so kündigte sich unser erster Platter Reifen nach 2200 km an. Da wir mit der Fähre nach Bulgarien übersetzten und ziemlich früh dran waren, konnten wir in Ruhe den Reifen flicken. Ursache war eine kleine Scherbe, welche sich durch den Reifen bohrte. Aber naja halb so wild. Nach kurzer Ausweiskontrolle ging es dann mit einiger Wartezeit auf der Fähre nach Bulgarien.

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Reifen flicken macht Spaß, besonders wenn die Sonne drückt und kein Schatten in Sicht ist

Bulgarien wir kommen !!!

Wir verließen Belgrad am 15.05.2017 und machten uns auf den Weg nach Smederevo. Hier hatten wir die Möglichkeit ein Werk von Franks alter Firma PKC Group zu besichtigen, aber dazu später mehr. Der Weg aus Belgrad war ziemlich beschwerlich. Es ging stetig bergauf und der Verkehr musste auch immer im Auge behalten werden. An einer Ampel hatte Patrick ziemlich Glück, das er nicht von einem Taxifahrer aufgeraucht wurde, dieser schrammte nur ca. 2cm an seinen Taschen vorbei. Bis Smederevo hatten wir noch zwei weitere Berge vor uns, die für ordentlich Schweiß sorgten. Bei Temperaturen um die 30°C. Aber wir genossen natürlich die rasanten Abfahrten mit unseren roten Schwerlasttransportern. Mit deutscher Überpünktlichkeit liefen wir bei Franks Firma ein und wurden schon erwartet. Wir wurden durch die Produktion geführt und konnten uns alles anschauen. Frank konnte sich dabei die Vorserienproduktion von einem Sensor anschauen, welchen er konstruiert hatte und sich mit den Mitarbeitern über den Projektstatus austauschen und schauen wie die Produktion anläuft. Wir bedanken uns bei PKC für diese Möglichkeit.

Nach der Besichtigung ging es weiter auf einer stark befahrenen Straße. Hier stopten wir an einem kleinem Imbiss und gönnten uns ein verspätetes Mittagessen, mit zwei großen Burgern und Getränk für ca. 4€. Mit vollem Bauch machten wir uns weiter auf dem Weg, um uns ein nettes Plätzchen zum zelten zu suchen. Wir fanden einen kleinen idylischen See, an dem bereits ein paar Angler unterwegs waren. Hier konnten wir natürlich gleich baden und uns abkühlen, von dem alltäglichen Hitzewahn.

Am nächsten Tag machten wir uns auf in Richtung Stausee Eisernes Tor, ohne zu ahnen welche beeindruckende Landschaft uns erwartet. Auf unserer Strecke dorthin, passierten wir einen großen Braunkohle Tagebau, bevor wir dann wieder zur Donau abbogen. Von weiten sahen wir schon die Berge von Rumänien und waren von der landschaftlichen Veränderung begeistert. Was uns stets ins Auge fällt, ist die Breite der Donau. Diese ist absolut nicht mehr vergleichbar mit der in Deutschland und beträgt hier teilweise das 4 oder 5 fache. Nachdem wir die Donau erreichten, legten wir eine kleine Mittagspause ein und trafen prompt drei weitere Radler aus Deutschland. Ein Pärchen aus Berlin und einen Radler aus Mittelfranken, beide mit dem Ziel Bukarest. Wir fuhren ein Stück zusammen und konnten mal wieder ein bisschen quatschen und ein paar Erfahrungen austauschen. Am SliverLake, einer Art Hotelkomplex mit See, beschlossen wir alle gemeinsam zu baden und ein Päuschen einzulegen.

Unser Weg führte uns dann weiter bis an den Stausee Eisernes Tor in die Stadt Golubac, welcher eine beeindruckende Kulisse bot. Nach kurzem shopping Stop, ging es an die Zeltplatzsuche.

Garnicht so einfach, wenn rechts die Felsen nach oben ragen und links der Stausee ist. Dank MapsMe haben wir eine Art Aussichtspunkt gefunden, den wir aufsuchten. Der Weg war sehr steil und wir mussten unsere Räder teilweise schieben. Wir bogen in einen alten Steinbruch ab und hatten einen tollen Ausblick auf den See. Wir erkundeten den Steinbruch ein wenig und fanden einen grandiosen Aussichtspunkt, mit einem nicht ganz ungefährlichen Auf- und Abstieg.

Der Steinbruch bot eine tolle Fotokulisse, die natürlich ausgenutzt werden musste.

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Ein paar coole Langzeitbelichtungsaufnahmen wurden gemacht

Am nächsten morgen starteten wir ziemlich früh und bogen in das Eiserne Tor Tal ein. Auf der linken Seite sah man die imposante Rumänische Karpaten. Man fühlte sich laut Patricks Aussage, schon fast wie in einem Fjord in Norwegen.

Bei unserer Mittagspause trafen wir ein weiteres Reiseradler Pärchen aus Hamburg, diese wollen bis nach Thailand.

Super gestärkt ging es nach der Mittagspause weiter und wir machten ordentlich Tempo und genossen dabei die atemberaubende Landschaft. Natürlich hatten wir hier auch einige Bergetappen zu überwinden. Wir hatten hier das Glück uns an einen vor uns fahrenden Bagger zu hängen und uns den Berg hochziehen zu lassen. Mit den schweren Bikes, war das eine willkommene Entlastung und der Baggerfahrer war auch happy.

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Unser Lift nach oben

Am Gipfel angekommen, trafen wir noch drei Schweizer. Zwei mit Liegetrikes und einer mit normalen Bike, denen wir für die letzten Meter den Bagger überließen. Nach einer rasanten Abfahrt mit ca. 50 km/h, begann es zu regnen und zusammen mit den Schweizern und dem Pärchen aus Hamburg, suchten wir Unterschlupf in einem Cafe. Allein an diesem Tag bewältigten wir mit unseren ca. 50kg schweren Bikes 1300hm !!!

Wir beschlossen zusammen mit den Schweizern zu Campen und fanden einen nette Möglichkeit direkt an der Donau mit Blick auf die Rumänische Seite.

Die Jungs sind ziemlich professionell ausgestattet und vermarkten ihren Trip auf allen nur erdenklichen Kanälen mit Kamera Drohne, mehreren Foto und Video Kameras und Hightech Equipment. Auf www.hellobikeworld.com könnt ihr euch einen Überblick verschaffen. Wir hatten zusammen mit den Jungs bei Bier und Lagerfeuer, einen tollen Abend, mit coolen Gesprächen und Reisestorys.

Am nächsten morgen trennten sich unsere Wege, da die Schweizer auf der Rumänischen Seite weiterfahren wollten. Wir entfernten uns langsam wieder ein wenig von der grandiosen Landschaft des Vortages und radelten wieder mehr in flacheren Gefilden. Die Vortages Etappe und die zunehmende Hitze, machten uns ziemlich zu schaffen und so kamen wir Anfangs nicht so richtig in tritt. Nach einem abermals üppigen Burger Mittagessen
(400g Hackfleisch), ging es weiter. Nur leider sehr beschwerlich bei so viel Fleisch im Magen, aber wir sind ja nicht zum Faulenzen hier.

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Unsere kleinen Monsterhamburger

Abends fanden wir noch einen netten Zeltplatz an einem See. Den Tag ließen wir dann beim Lagerfeuer ausklingen.

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Gib eine Beschriftung ein

Am nächsten Tag war unser Ziel Bulgarien. Kurz nachdem Start, passierten wir einen an der Straße liegenden Friedhof, an dem wir Rico kennenlernten. Rico sprach sehr gut deutsch, da er 30 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat. Wir treffen hier übrigens viele Menschen die deutsch können, da viele in Deutschland gearbeitet haben und wenn Sie das Rentenalter erreicht zurück in ihre Heimat gehen. Rico erzählte uns, das er im Moment sein Grab baut und lud uns ein es zu besichtigen. Für uns war das ein bisschen seltsam, das man sich hier in Serbien sein Grab selber bauen kann. Was uns Rico dann zeigte versetzte uns ins staunen. Das Grab war wie eine kleine Kapelle aufgebaut, im Erdgeschoss stehen die Särge und die 1.Etage dient als Aussichtspunkt für Rico’s Geist nach dem Tod, um nach den jungen Mädels Ausschau zu halten, wie er uns erklärte. Rico war mit seinen 73 Jahren noch ziemlich fit und ein wirklich netter Zeitgenosse.

Nachdem kurzen Zwischenstopp ging es weiter Richtung Bulgarien. So richtig wollte es nicht laufen und wir fühlten uns nicht so spritzig wie die Tage zuvor. So ließen wir es ein wenig ruhiger angehen und radelten gegen Mittag über die Bulgarische Grenze.

Nach kurzem Stop machten wir uns auf den Weg nach Vidin, wo wir uns einen Tag Pause gönnen mit Dusche und Bett. 🙂

Belgrad

Nachdem wir mit Chris das Hostel bezogen hatten, stürzten wir uns in das Nachtleben von Belgrad. Wir zogen erstmal in die Innenstadt und hier fand eine große öffentliche Party statt. Danach nahmen wir noch einige Clubs und Bars mit und trafen durchweg sehr freundliche Menschen.

Nach einer kurzen Nacht, ging es los und wir erkundeten Belgrad bei Tag. Zusammen mit Chris, ging es auf die Festung von Belgrad mit Blick auf die Kriegsinsel und die durch Belgrad fließende Save.

Natürlich merkt man der Stadt noch den Kosovokrieg an, der bis Ende der 90er Jahre anhielt. Einige Gebäude sehen noch teilweise zerstört aus, befinden sich aber im Aufbau. Trotzdem finden wir, das die Stadt im Aufschwung ist und viel in ein moderneres Stadtbild investiert wird.

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Vor dem Dom des Heiligen Sava

Mit Chis ging es am abend in ein original Serbisches Lokal, was ein wenig außerhalb des Stadtzentrums lag. Hier nahmen wir einen typischen Serbischen Grillteller mit Brot zu uns sowie landestypischen Beilagen (Zwiebeln ohne Ende) und waren von der Vielfalt begeistert. Nur leider haben wir bei dem ganzen Hunger vergessen, ein Bild zu machen. Anschließend zogen wir noch ein bisschen durch die Stadt und strandeten auf einer Studentenparty. Am nächsten morgen verließ uns Chris in Richtung Prag und wieder mussten wir uns von einem tollen Radkumpel verabschieden. Wir bedanken uns hier nochmal bei Chris für die 2 tollen Tage und wünschen ihm auf diesem Weg alles Gute.

Wir blieben noch einen Tag länger in Belgrad, denn wir mussten ja auch mal wieder ein paar Blogbeiträge verfassen, welche immer sehr zeitaufwendig sind. (denkt man bei den Rechtschreibfehlern nicht, ist aber so!!! 🙂

Belgrad hat für uns seinen ganz eigenen Charme, wir waren überrascht wie lebendig die Stadt ist und freundlich die Menschen überall sind und waren auch überrascht wie viele Menschen Englisch sprechen.

Weiter nach Belgrad

Hallo Serbien am Abend!

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Einfahrt nach Serbien

Nach dem Grenzübergang machten wir uns schleunigst auf die Zeltplatzsuche, da es bereits schon ca. halb acht war. Die Suche war dann ziemlich kompliziert, erst laute Schüsse an einem Fischteich, als ob jmd. jagt oder so ähnlich, aber vermutlich diente dies zur Vogelabwehr, dann wurde es langsam dunkel, kleinere Hunde jagten uns. Kurz bevor wir verzweifeln wollten und anfingen uns auf die Nerven zu gehen, fanden wir in einer Hecke eine kleine Stelle zum zelten. An diesen Abend ging es ohne Essen und waschen ins Zelt!

Nachdem aufstehen und zusammenpacken, ging es weiter in ein kleines Dorf. Dort haben wir die Ungarischen Forint in Serbische Dinar getauscht und dann auch gleich mal gefrühstückt. Wir hatten bereits morgens sehr warme Temperaturen und tolles Wetter. Zum Mittag gab es einen leckeren Burger mit Pommes.

Weiter ging es, um am Abend an einem Kanal einen Zeltplatz zwischen Anglern zu finden. Endlich wieder Wasser zum waschen nach 100 km, Gegenwind und 27° war das auch dringend notwendig.

Nach einer entspannten Nacht, mit leichtem Regen ging es los und natürlich wie die ganze Woche schon mit Gegenwind! Wir fahren jetzt oft auf kleineren bis stark frequentierten Landstraßen. Radwege gibt es meist nur im urbanen Raum also der Stadt. Als wir nach 20 km Novi Sad passierten und Richtung Belgrad weiterfahren wollten, trafen wir Simone aus Freiburg mit Hänger und Hund, die einfach mal ans Schwarze Meer fahren will.

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Simone mit Hund und Chris

Respekt dafür! Alleine mit Hund! Sie war aber in Begleitung von Chris. Chris ist aus Lettland, lebt aber nach Zwischenstopps in Amsterdam, Berlin und Sydney mit seiner Frau und seinen zwei Jungs in Prag. Wir beschlossen gemeinsam nach Belgrad zu fahren, da der Verkehr echt stark war und wir so eher gesehen wurden.

Es war ein sehr schöner Tag und als Simone über Couchsurfing einen Schlafplatz gefunden hat, sind wir mit Chris in ein kleines Hostel im Herzen von Belgrad gefahren. Hier wollen wir nach ca. 500 km von Budapest, 2-3 Nächte bleiben und uns die Stadt bei Tag und bei Nacht ausführlich ansehen. Und natürlich auch mal wieder in eine richtige Dusche hüpfen.

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Ankunft in Belgrad

Von Budapest nach Kroatien

Am 08.05.2017, starteten wir aus Budapest in Richtung Belgrad. Aus der Stadt kamen wir erstaunlich gut und fuhren immer an der Donau entlang. Der Radweg wird seperat geführt oder über ruhigere Straßen und wir schafften so an die 100 km. Dabei kamen uns erst ein australisches Pärchen mit dem Rad entgegen, anschließend ein englisches Pärchen, die schon Anfang 70 waren und auf dem Heimweg nach England sind. Hut ab!

Um einen Schlafplatz zu finden, wollten wir uns an der Donau ein Plätzchen suchen. Da wir leider nicht ortskundig waren, fuhren wir durch tiefsten Schlamm und fanden dann nach gefühlter stundenlanger Suche einen guten Platz, an dem wir uns und die Räder ein wenig waschen konnten.

Am nächsten Morgen, trafen wir 2 Deutsche. Es waren Tobi und Stephan von http://www.bike-it-to-the-limit.de, die auch auf dem Weg ans Schwarze Meer sind. Diese radelten ein Stück mit uns und fuhren aber weiter, als wir Frühstück machten.

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Tobi links und Stephan rechts

Es ist schön, wie sich langsam alles verändert. Ungarn im ländlichen wirkt auf uns teilweise wie die DDR. Wir lassen das mal so stehen, obwohl wir davon nicht viel mitbekommen haben, ist alles ein wenig einfacher hier. Neben alten Autos (Trabant) und Traktoren, haben hier viele Hunde und Hühner, einen Garten und es wirkt einfach anders als zuhause. Man trifft viele Menschen auf der Straße die alle stehts sehr freundlich sind.

Später trafen wir noch ein Paar aus Frankreich, die nach 10 Monaten gerade auf dem Heimweg von Südostasien sind.

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Ein Schlafplatz wurde auch gefunden, sehr versteckt und einsam in einem Wald an der Donau.

Wir starten mal wieder mit leicht feuchten Schlafsäcken, da die durch die Donau bzw. den Temperaturunterschied leicht feucht sind. An einer Schule trocknen wir dann die Schlafsäcke und machten Frühstück. (meißt ein wenig Obst und Brötchen mit Wurst). Dabei kamen etliche Eichhörnchen vorbei.

Weiter ging es Richtung Kroatien, kurz mit der Fähre über die Donau und schon war Mittag. In den kleinen Städten gibt es meißt im Zentrum kostenloses WIFI/WLAN. Nach einer Pizza und einem Eis, ging es auf einem Radweg weiter.

Kurz vor der Grenze zu Kroatien stand ein Polizist auf dem Radweg. Trotz klingeln ging er nicht zur Seite und wir hielten an. Welche Nationalität? Deutsch! Okay, Gute Fahrt!

Nach weiteren 5 Kilometern war dann endgültig Schluß! Maschendraht über dem Radweg, 2 weitere Polizisten im angrenzenden Wald! Kein durchkommen nach Kroatien. Die Polizisten sagten uns, wir müssen zum nächsten offiziellen Grenzübergang. Also ging es mit einen rießen Umweg zurück! Aufgrund der Abschottung Ungarns gegenüber Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten, wird hier sehr viel Personal aufgefahren und wir spürten hier erstmals was es heißt nicht einfach überall hinzudürfen.

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Am späten Nachmittag schafften wir es nach Kroatien, wollten dort schlafen und fanden keinen Zeltplatz an der Donau. An den 20km durch Kroatien bemerkten wir hier bereits kurz hinter der Grenze, das wir uns in einem anderem Land befinden. Es ging über unseren ersten kleinen Berg, durch mehrere Weinanbaugebiete Richtung Serbien. Und nach ca. 25 km Kroatien, hatten wir es hinter uns gelassen. An der Grenze, war es wie mit dem Rad am Fastfood DriveIn. Nach kurzer Passkontrolle ging es nach Serbien.

Budapest

Die Einfahrt nach Budapest war wie immer sehr spannend. Wenn man mit dem Fahrrad in so eine Stadt kommt, ist es eben nicht wie mit dem Auto das man einfach von der Autobahn abfährt und sofort im Zentrum landet. Man bekommt hier einen ganz anderen Blick auf Großstädte. Es beginnt meist damit, das der Verkehr deutlich intensiver wird und alles ein wenig hektischer ist. An sich ist das natürlich ja auch ziemlich normal, nur finden wir das man das auf dem Rad viel intensiver spürt. Je tiefer man in das Stadtzentrum vorrückt, umso mehr ändert sich das Stadtbild von anfangs dörflichen Charakter zu top ausgebauter Innenstadt. Die Einfahrt nach Budapest war relativ stressfrei und wir nutzen oft die vorhandenen Radwege, die dann aber teilweise sehr schlecht waren. Wir dachten des öfteren, das es durch die unzähligen Schläge durch Löcher und Wellen bald der Gepäckträger abreißt. Aber unsere Bikes haben es überlebt.

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Nachdem wir unser Hostel bezogen hatten, erkundeten wir gleich unser Viertel. Hier waren unglaublich viele junge Menschen auf den Straßen unterwegs. So begaben wir uns gleich mal ins Nachtleben von Budapest. Und was sollen wir sagen, das hat uns einfach umgehauen. Wir wanderten durch die Straßen und folgtem den Menschenstrom. Unzählige Bars und Clubs reihen sich aneinander und hier ist definitiv für jeden was geboten.

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Am nächsten Tag wanderten wir auf den Gellertberg und hatten so einen unglaublich tollen Ausblick über Budapest und die Donau. Wir ließen es uns ebenso nicht entgehen, den Anblick bei Nacht anzuschauen, da er wirklich sehr imposant war.

Budapest als Stadt hat uns absolut überzeugt, durch die tolle Atmosphäre allein. Wir hatten zwar schon von Wien geschwärmt, aber Budapest toppt das einfach nochmal. Wir waren auch von der coolen Bikekultur hier überrascht.

Natürlich hatten wir auch wieder viel Glück mit unserem Zimmerkollegen im Hostel. Hier hatten wir zum einen Kai, der eigentlich aus Oberhof stammt aber in der Schweiz lebt und Ricky aus New York der Drehbuchautor ist. Mit beiden verbrachten wir die vier Tage in Budapest und ließen die Atmosphäre und den Charme der Stadt auf uns einwirken. Das klassische Sightseeing wurde auch zurückgeschraubt, da wir eher die Menschen die hier wohnen und die Atmosphäre der Stadt aufsaugen wollen.

Natürlich gab es hier auch unzählige Obdachlose und man wurde vor dem Hostel mehrfach auf Drogen angesprochen. Es gibt also auch Schattenseiten, wie in jeder Stadt. Dennoch haben wir bis jetzt nur positives erlebt und nur nette Leute getroffen, die uns weitergeholfen haben. Wir können Budapest nur empfehlen, eine tolle Stadt mit großartiger Atmosphäre und Architektur.