Nachschlag

Wir sind nun seit fast 5 Wochen zu Hause und kommen so langsam wieder in Deutschland an. Für uns standen zu Beginn erst mal einige Behördengänge an um uns wieder in Deutschland anzumelden. Dazu gehörte die Anmeldung beim Arbeitsamt und bei der Krankenversicherung sowie auf dem Einwohnermeldeamt.

Weiterhin waren wir natürlich nicht untätig und sind bereits dabei ein wenig die Reise aufzubereiten, Fotos und Videos zu Sichten und zu sortieren.

Während unserer Zeit zu Hause wurden wir von Antenne Thüringen zum Thüringen Talk eingeladen und haben hier mit Sabrina Lang ein sehr persönliches Interview im Studio in Weimar über unsere Reise geführt. Der folgende Link geht direkt zum Radio Mitschnitt der am 26.02. von 23 – 0 Uhr ausgestrahlt wurde.

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Im Antenne Thüringen Studio mit Sabrina Lang

https://www.antennethueringen.de/blog/thueringen/radtour-bis-thailand-einfach-mal-machen-402457?pid=1

Ebenso hat unsere Lokalzeitung ein Interview mit uns gemacht und einen tollen Artikel im Lokalteil gebracht, welchen wir euch hier natürlich auch nicht vorenthalten wollen.

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Der Artikel in der STZ über unsere Tour

Wir werden noch einen Vortrag ausarbeiten und halten euch natürlich auf dem laufenden. 😊

Thailand – 9 Monate und 13.500 Kilometer später!

Nachdem wir Heiligabend noch in Laos verbracht haben ging es für uns am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages zur Thailändischen Grenze. Dort mussten wir für 8 Dollar ein Busticket kaufen, um 3 km mit dem Bus über die Brücke der Freundschaft nach Thailand zu kommen. Die Freude hielt sich darüber natürlich in Grenzen da wir dafür unsere Räder erst wieder in einen Reisebus verladen mussten. Nachdem wir in Thailand die Grenzstation verlassen haben, fiel uns sofort auf, das man hier anders als in allen anderen Ländern die wir bereist haben auf der falschen Seite fährt. Daran mussten wir uns erst mal gewöhnen. Auch stand natürlich ein Geldwechsel an, da neues Land auch wieder neue Währung bedeutet. Nach 4 Bankautomaten und 30 km später konnten wir dank unserer 4 verschiedenen Kreditkarten endlich Geld abheben und nun auch endlich Mittag machen, da wir wieder liquide waren. 🙂

Unser erstes Ziel hieß Chiang Rai, nach 120 km und guten Wetter sind wir dort am ersten Tag eingeradelt und haben ein Hostel in der Stadt bezogen. Auf der Straße haben wir Roch aus Frankreich kennengelernt, der eine Basejumpschule in Charmonix betreibt und auch mit dem Rad unterwegs ist. Durch ihn haben wir einen tollen Einblick in den Basejumpingsport bekommen und ein paar tolle Stories gehört. Wir haben 2 Nächte in Chiang Rai verbracht und uns einen coolen Radladen angesehen und uns durch die Stadt treiben lassen.

Weiter ging es im strömenden Regen Richtung Chiang Mai. Nachdem wir schon mittags klitschnass waren, holten wir Nachmittags einen Franzosen auf dem Rad ein, der schon 5 Jahre um die Welt radelt. Julien wollte in einem Tempel zelten, da sagten wir natürlich nicht nein und folgten ihm. Wir hatten einen schönen Abend zusammen und starteten am nächsten Morgen gemeinsam. Leider hatte Patrick Halsschmerzen und die Grippe kündigte sich durch den Regen und die Nässe vom Vortag an. Also verabschiedeten wir uns zum Mittag von Julien und haben uns ein nettes Guesthouse gesucht.

Trotz der „Männergrippe“ entschieden wir uns am nächsten Tag mit dem Bus ein Stück Richtung Chiang Mai zu fahren und die letzten 20 km radelten wir durch kleinere Straßen bis in den Bikepark Chiang Mai, der 35km außerhalb in den Bergen liegt. Besucht haben wir dort unsere Freunde aus Eisenach, die hier im Winter gearbeitet haben und verweilen. Jan und Robert auch unter „Ronny Racing“ in unzähligen Videos bekannt, haben dort Motorräder; Fahrräder und eine netten Bungalow. Richtige Hippies eben, die ihr Leben in vollen Zügen genießen. Es war uns ein Fest! Wir waren auf einer Motocrossstrecke, mit dem Rad im Wald, mit den Leihscootern im Dschungel, wandern und haben Wasserfälle besichtigt usw. wir feierten Roberts 30 igsten in einem riesen Baumhaus mit seinen Freunden Veronica, Antje und Daniel sowie Baja. Wir waren vom 29.12.bis 11.01.2018 dort. Patrick konnte sich auskurieren und wir konnten mal abspannen im Ferienlager Ronnywood :-)! Vielen Dank dafür.

Wie jeder Abschied, fiel uns auch dieser nicht leicht, doch wir machten uns auf den Weg Richtung Bangkok. Der erste Tag nach der langen Pause, beinhaltete extrem steile Berge und sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Die normale Straße war so steil, das wir mit den Rädern Serpentinen die Straße hinauf fahren mussten, was uns bisher noch nie passiert ist. Der weitere Weg führte uns entlang einiger Nationalparks die rund um Chiang Mai lagen. Hier gab es sehr ruhige Straßen und wunderschöne und scheinbar unberührte Natur zu bestaunen. Am Abend versuchten wir wieder in einem Tempel unterzukommen und es hat prompt geklappt. Es lief zwar den ganzen Abend nervige Musik aber nichtsdestotrotz hatten wir Strom und Sanitäranlagen. Der nächste Tag beinhaltete wieder eine kleine Dschungeletappe. Patrick fand auf der Karte eine Straße die uns ein paar Kilometer sparen sollte. Die Einheimischen gaben uns verstehen wir sollten in die andere Richtung weiter fahren. Aber wir zogen trotzdem los und nach kurzer Zeit fanden wir uns auf einem Feldweg wieder. Der Weg wurde nach und nach immer schmäler zugewachsener bis er dann durch einige ausgetrocknete Flüsse einfach aufhörte. So mussten wir mehrere male unsere Bikes durch tiefe Flussbetten auf die andere Seite hieven. Irgendwann wurde der Weg wieder ersichtlich und besser. So erreichten wir ein kleines Dörfchen wo es erst mal eine Pause in einem kleinen Lebensmittelgeschäft gab.

Nach den doch recht anstrengenden ersten beiden Tagen verliefen die nächsten auf unserem Weg nach Bangkok recht unspektakulär und es ging hauptsächlich flach dahin. Wir nutzten Teilweise die Autobahn und sehr gut ausgebaute Landstraßen um voran zu kommen. Teilweise war der Verkehr schon ein wenig gefährlich, aber wir sind ja so langsam daran gewöhnt und nehmen manche Szenen einfach gelassener. Wir haben es auf unserem Weg nach Bangkok auch geschafft jeden Abend in einem Tempel unterzukommen. Man fährt hier einfach in die Tempelanlagen und fragt die Mönche ob Sie einem Platz zum Schlafen haben und ob wir unser Zelt irgendwo aufstellen können. Die Mönche sind sehr freundlich und zeigten uns meist gleich die Duschen und Toiletten. die Mönche plauderten auch immer ein bisschen mit uns und waren sehr interessiert an unserer Reise. Wir bekamen teilweise auch Getränke und Essen von ihnen und das alles umsonst. Am letzten Abend bevor wir Bangkok erreicht haben hatten wir einen richtigen Luxustempel bei dem wir ein separates Zimmer mit Toilette und WLAN bekommen haben.

Am vorletzten Tag bevor wir Bangkok erreichten, haben wir die längste Etappe unserer Reise mit 170 km absolviert. Hier ging es immer auf dem Standstreifen der Autobahn entlang, am Ende des Tages waren wir doch beide sehr erstaunt über die vielen Kilometer aber auch Stolz mal so eine lange Etappe gefahren zu sein. So konnten wir uns für den Zieleinlauf nach Bangkok am letzten Tag ordentlich Zeit lassen und entspannt in die Stadt einrollen. Wir sind dann im Granny Bike.Bed Guesthouse untergekommen. Ein Hostel extra und nur für Biker welches von Neemo und Parn betrieben wird die nebenbei noch einen Radladen besitzen. Hier haben wir auch ein paar andere Radler aus der Schweiz, Italien und Malaysia getroffen und waren somit unter Gleichgesinnten.

Mit Bangkok haben wir nun auch das Ziel unseres kleinen Radtrips erreicht. Auf der einen Seite natürlich mit gemischten Gefühlen da wir in den letzten 9 Monaten viel gesehen und Erlebt haben. Aber es hat sich auch während der letzten Zeit auf der Reise etwas der Alltag eingeschlichen und das Radfahren und Entdecken ist ein wenig wie Arbeiten geworden. Wir hatten dennoch immer Spaß, haben auch immer mehr die Heimat, Familie und Freunde vermisst.  So haben wir uns nach vielen Gesprächen dazu entschieden in Bangkok unseren Trip zu beenden. Wir freuen uns riesig die Reise Gesund und ohne wirkliche schwerwiegende Zwischenfälle zusammen zu beenden. Das war unser Ziel, wir hatten eine tolle  Zeit zusammen haben unglaubliche tolle Erfahrungen gemacht überall Freundliche Menschen getroffen die uns immer geholfen haben. So haben wir einen komplett anderen Blick auf die Welt bekommen und viele Länder von denen wir nur gehört haben in der Realität gesehen und konnten uns so ein eigenes Bild machen.

Nach dem wir ein paar Tage in Bangkok verbracht haben ging es mit dem Flieger über Dubai nach Frankfurt wo wir am 19 Januar bei doch recht frischen Temperaturen gelandet sind. Ein wenig verrückt ist dabei für uns wie schnell man mit dem Flugzeug Zuhause ist. Wir haben für den Weg durch 18 Länder bis nach Thailand 9 Monate gebraucht mit dem Flieger hat es nur 17h gedauert um wieder in Deutschland zu sein.

Auf diesem Weg wollen wir allen fleißigen Lesern unseres Blogs danken, wir haben uns über jede Nachricht von euch mega gefreut und hoffen das wir dem einen oder anderen die Zeit beim Lesen am Arbeitsplatz ein wenig erträglicher machen konnten 🙂

Wir lassen jetzt erst mal alles ein wenig sacken und lassen aber in geraumer Zeit wieder was von uns hören denn wir haben viel gesehen und noch mehr erlebt das muss alles auch mal erzählt werden.

Laos, ……Dschungel, Berge und Mekong!

Die Reise führte uns durch die wunderschöne Bergwelt nach Laos. An der Grenze angekommen, beantragten wir das Visa on Arrival. Kostet ca. 30 – 35 Dollar und ging relativ schnell. Ärgerlich war nur das die Grenzbeamten beim Geldwechseln 10 Euro einbehielten, bzw. ihren persönlichen Kurs festlegten. Die Grenze lag oben auf dem Berg und so ging es für uns mit einer langen Abfahrt in die nächste Kleinstadt, in der wir in einem Guesthouse übernachtet haben. Die Nächte sind sehr kalt, mit Temperaturen um die 5 °C. Tagsüber wenn die Sonne den Nebel durchbricht, haben wir um die 25 °C. Laos ist im Vergleich zu Vietnam sehr sauber, aber auch ärmer. Die Menschen sind sehr freundlich und winken, die Kinder freuen sich riesig und staunen, wenn Sie uns auf dem Fahrrad sehen und rufen uns immer wieder Saabadi zu, was Hallo auf laotisch heißt. Unser Ziel war vorerst Luang Prabang, wo wir zu Weihnachten sein wollten.

Laos ist von Norden nach Süden durch ein bis zu 2000m hohes Gebirge durchzogen. Das hieß für uns viele steile Berge, hügelige Straßen aber auch extrem schöne Landschaft.

 

Auf dem Weg nach Luang Prabang hatten wir wenig Verkehr, was sehr entspannt ist nach dem hektischen Vietnam. Am zweiten Tag standen uns mehrere Berge bevor. Nach dem wir den ersten Berg mit ca. 450 Höhenmetern gemeistert haben, fanden wir beim anschließenden Mittag eine Abkürzung auf der Karte. Unsere eigentliche Route sollte 180 km umfassen und die Abkürzung nur ca. 100 km. Auf dem Satelitenbild war der Weg nicht durchgängig zu erkennen und so waren wir ein wenig skeptisch. Wir haben uns dann bei mehreren Einheimischen über den Weg erkundigt ob dieser auch existiert und befahrbar sei. Die Einheimischen sagten der Weg ist befahrbar nur sehr steil, was dies bedeutete sollten wir dann wenig später erfahren. Also gut gestärkt vom Mittag und nach dem morgendlichen Berg, hieß es dann 940 Höhenmeter auf 15 km zu überwinden. Die Teerstraße auf der wir uns befanden verschwand nach wenigen Metern und unser Abkürzung wurde ein ausgewaschener extrem steiler Schotterweg, der immer schlechter wurde. Nach den ersten Metern haben wir beide gedacht, ob das so eine gute Idee war. Es ging hier im ersten Gang nach oben und Stellenweise war es zum schieben zu steil. Mit kleineren Pausen erreichten wir schließlich den höchsten Punkt und hatten eine wunderschöne Aussicht.Wir hatten uns auf der Karte mehrere Ortschaften makiert, um hier nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu fragen. In der ersten Ortschaft auf dem Berg hatten wir nicht viel Glück und wurden nur mit großen Augen angeschaut und keiner verstand so richtig das wir ein Platz zum schlafen gesucht haben. Auf dem Weg durch den Dschungel kamen uns immer wieder LKW und Mopeds entgegen, hier fragten wir immer nach dem Weg und Ortschaften. Auf der Karte haben wir dann den Ort Ban Nambut entdeckt welchen wir dann auch schon auf unserem Weg im Tal sahen. Es wurde langsam spät und so mussten wir zügig eine Bleibe finden. Also ging es die extrem steilen und ausgewaschenen Wege hinunter zum Dorf. Dort angekommen stand ein Polizist mit einer Schnur über die Straße, nach kurzer Diskussion durften wir passieren. Man erzählte uns später, das er überwacht wer die Ortschaft passiert und so die Kriminellen abwehrt. Das Dorf war deutlich größer als die vorherigen und wir waren der Blickfang für alle. Frank knüpfte schnell Kontakt in dem Dorf, da wir nach einem geeigneten Platz für unser Zelt suchten. Wir wurden hier zuerst an einen Fluss geschickt der durch das Dorf fließt, hier haben sich in dem Moment alle Dorfbewohner zur abendelichen Dusche getroffen und hatten natürlich ordentlich was zu staunen, als Sie uns sahen. Nach kurzer Zeit tauchte Bounga mit seinem 3 Monate altem Kind auf dem Arm auf . Er ist der Englisch Lehrer des Dorfes und half uns einen Schlafplatz zu finden, was eine enorme Hilfe für uns war. Er hat uns dann angeboten in der Grundschule zu schlafen. Dies nahmen wir dankend an und richteten uns ein. Dabei beobachteten uns ca. 30- 40 Kinder und lachten über und mit uns. Bounga lud uns dann abends noch zum Essen ein und wir haben mit ihm ein bisschen über das Leben im Dorf geplaudert. Er erzählte uns das es erst seit 2 Wochen Elektrizität im Dorf gibt, wo wir natürlich erstaunt waren. Abends gab es noch ein kleines Dorffest da der Bildungsbeautragte der Region das Dorf besuchte. So wurden auf dem Dorfplatz große Lautsprecher aufgefahren und sehr laut Laotische Musik gespielt. Die Bewohner tanzten dabei wie wild im Kreis um ein Feuer und hatten viel Spaß. Vorher wurde noch ein wenig Reisschnaps in geselliger Runde getrunken. Da es aber ein ziemlich anstrengender Tag war, ging es für uns früh ins Bett. So richtig zum schlafen sind wir allerdings erst nach Mitternacht gekommen, als dann endlich die Musik aus war.

 

Bounga sagte wir müssen vor 8 Uhr aus dem Klassenzimmer verschwunden sein, da die Schule beginnt. Bereits beim Aufstehen waren erste Schulkinder auf dem Schulhof die uns freundlich begrüßten. Am Morgen war es wieder ziemlich kalt und nebelig. Wir verabschiedeten uns noch von Bounga und setzten unsere Fahrt fort. Der Weg aus dem Dorf ging wieder extrem steil bergauf und es ging wieder teilweise im ersten Gang vorwärts. Der Weg wurde nach und nach immer schlechter und es ging im Schritttempo voran. Mit einigen Rasanten Abfahrten und Flussdurchfahrten gepaart. Gegen Mittag, nach dem wir in 3 h ca. 20 km schafften, haben wir endlich eine Schotterstraße erreicht und waren so froh, mal wieder über 10 Km/h zu fahren und schneller vorwärts zu kommen. Diese beiden Fahrtage waren mit Abstand die anstrengendsten auf dem ganzen Trip, gehörten aber auch mit zu den schönsten Erlebnissen vorallem durch die freundlichen Dorfbewohner. Es ist erstaunlich wie die Menschen hier leben, einfach und prímitiv, aber glücklich. Zusammen in großen Familien und meist alle in einem Raum.

 

Als wir dann in Muang Nambak der ersten größeren Stadt nach unserer Dschungeltour ankamen ging es in ein günstiges Guesthouse und nach einer weiteren Nacht starteten wir in Richtung Luang Prabang und kamen gut voran. Wir trafen unterwegs viele Touristen auf einer Organisierten Bikereise sowie Christoph und Valentine, ein Schweizer Pärchen die auf Verlobungstrip sind. Nach 120 km erreichten wir sehr erschöpft Luang Prabang und checkten in einem Hostel ein. Am nächsten Tag hieß es die Stadt und die Kuangsi Wasserfälle ansehen. So haben wir mal richtig einen auf Tourist gemacht und sind ohne Rad mit dem Minibus zu den Wasserfällen gefahren. Es war sehr schön und wir konnten in einem Becken unterhalb des Wasserfalls baden. Es war natürlich total überlaufen, aber dennoch sehenswert.

 

Von hier aus sollte es weiter Richtung Thailand gehen. Am Abend entschieden wir uns spontan unsere Reise auf dem Mekong fortzusetzen und somit ein Paar Kilometer und Tage bis Silvester zu sparen, da wir ja nach Chiang Mai wollen. So ging es um 6 Uhr raus und 8 km zum Boot, Räder verladen. Natürlich waren wir viel zu pünktlich und es ging erst ca 1,5h später los. Morgens auf dem Boot war es sehr kühl und als die Sonne herauskam wunderschön. Was wirklich faszinierend war neben dem Mekong, als gewaltigen Strom an sich, war die Tatsache das wir immer wieder stopten, um Einheimische abzusetzen. Sie wohnen in Dörfern am Fluss die meist nur über den Wasserweg erreichbar sind. Nachdem wir uns mit der Crew angefreundet hatten, bekamen wir sogar ein wenig Essen und tranken Bier. Die Fahrt dauerte immerhin 9h und ging Fluss aufwärts.

Nach einer Nacht in Pak Beng, wollten wir eigentlich weiterradeln. Wir hörten aber, dass ein anderes Schiff weiterfährt bis zur Grenze nach Thailand. Von dort ist es auch nicht mehr soweit nach Chiang Mai. Also Ticket gebucht, Nahrung besorgt und weiter ging die wilde Fahrt durch unberührte Natur. So ging unser Aufenthalt in Laos nach 7 Tagen zu Ende. Laos hat uns besonders durch seine unberührte und tolle Natur und die freundlichen Menschen begeistert.

 

Wir wünschen allen Lesern ein frohes und Gesundes Neues Jahr sowie einen guten Start ins neue Jahr.

Vietnam Teil 2 !!!

Während unseres ausgiebigen Aufenthalts in Hanoi, hat sich Frank im Hostel vermutlich aufgrund der Klimaanlage eine Grippe zugezogen. So haben wir noch zwei Tage verweilt. Danach sollte es nach Ninh Binh gehen, um uns dort die Karstberge anzusehen. In Ninh Binh hatten wir auch unseren ersten kleinen Verkehrsunfall mit Fremdschaden. Wir fuhren an der Seite einer zweispurigen Straße und vor uns waren zwei ältere Damen mit dem Fahrrad. Leicht abgelenkt durch einen älteren Herren mit Wasserschlauch am Straßenrand, rammte Patrick eine der beiden Frauen von hinten, die plötzlich direkt vor uns war. Dabei katapultierte es beide vom Rad. Die ältere Frau mussten wir dabei erst mal unter ihrem Rad vorholen. Die Frau hatte keine gravierenden Verletzungen, signalsierte jedoch Schmerzen am Schienbein und der Hüfte. In Sekunden schnelle waren wir von unzähligen Vietnamesen umzingelt, die nur noch Geld sehen wollten. Patrick schaute nach der älteren Frau und einige der Vietnamesen zerrten an Franks Fahrrad herum und versuchten uns festzuhalten, da Sie vermutlich dachten wir wollten flüchten. Es interessierte sich keiner für die gestürzte Frau, sondern uns wurde nur signalisiert wir sollten Geld zahlen. Wir sollten 2 Millionen Dong zahlen, was immerhin 75 € sind. Auf Krankenwagen oder Polizei braucht man hier vergeblich hoffen und bei der Polizei waren wir uns sicher, wenn die kommt, müssen wir an die auch noch Geld zahlen. Die ganze Meute wurde immer unruhiger und aggressiver. Die Frau sah fit aus und es schien hier eigentlich nur um Geld zu gehen. So beschlossen wir ihr eine halbe Millionen Dong zu geben (ca.20€). Ein dazugekommener grimmig schauender Herr, signalisierte uns das sei okay und gab uns zu verstehen abhauen und zwar schnell. So verließen wir den Schauplatz an dem sich so langsam fast 30 Menschen versammelt haben, mit einem mulmigen Gefühl. Wer in Vietnam als Ausländer an einem Unfall beteiligt ist, muss meist immer zahlen und zwar alles. So haben wir es aus verschiedenen Quellen schon gehört. Für euch hört sich unser Verhalten vielleicht ein wenig makaber an, aber es ging während der Zeit am Unfallort nur darum, uns soviel Geld wie möglich aus den Taschen zu ziehen, während die Frau von allen nicht weiter beachtet wurde. So sind wir nun auch wieder eine Erfahrung reicher und fahren nun ein bisschen vorausschauender.

In Ninh Binh im Touristenort Tam Coc angekommen, hatten wir leider diesiges Wetter. Am ersten Tag haben wir eine Bootstour auf einem Fluss und durch die Karstfelsen unternommen. Der Fluss fließt durch die Felsen hindurch und so haben wir auf unserem Weg 3 Höhlen durchquert. Interessant war auch zu sehen wie die Vietnamesen rudern, nicht mit den Händen sondern mit den Füßen. Es wird dabei anders als wie wir es kennen, nicht am Paddel gezogen sondern gedrückt. Das rudern mit den Füßen war definitiv faszinierend und die Technik bemerkenswert. In Ninh Binh haben wir 2 Tage verbracht da Franks Grippe noch nicht ganz weg war, so haben wir am zweiten Tag außer essen und rumliegen nicht viel gemacht und uns so noch ein bisschen geschont.

Von Ninh Binh aus ging es dann Richtung Laos und die nächsten 5,5 Tage sollten ganz im Zeichen von Bergen stehen. So lief es am ersten Tag noch entspannt, denn wir hatten hier kaum Berge zu überwinden und es ging hauptsächlich gerade dahin. Zu Beginn hatten wir doch recht kühles Wetter, mit viel Nebel und leichtem Nieseleregen. Deshalb konnten wir am zweiten Tag, die Aussicht vor lauter Nebel nur erahnen. Am dritten Tag klarte der Himmel ein bisschen auf und wir konnten die Berglandschaft Vietnams genießen.

Es dauerte auch nicht lange, da zeigte sich die Sonne und es wurde warm. Der Weg durch diese Region erinnert uns ein bisschen an die Berge entlang an der Schwarzmeerküste in der Türkei nur ohne Meer. Allerdings sind hier die Anstiege deutlich länger. Oben angekommen hat man meist nicht den besten Blick ins Tal. Den bekommt man meist nur beim hoch oder runterfahren und der ist immer ein Genuss und entschädigt für die Strapazen beim hochfahren. Angekommen im Tal ist meistens alles mit Reisfeldern übersäht. Diese werden dann von den Vietnamesen per Hand, mit Wasserbüffeln oder mit kleinen Maschinen beackert.

 

Die weiteren Tage bis zur Laotischen Grenze gab es tolle Landschaft mit exelentem Wetter zum Radfahren und natürlich viele viele Berge. Unser Weg von Ninh Binh führte uns über die Städte Moc Chau, Son La und Dien Bien nach Tay Trang wo wir nach Laos eingereist sind.

Nach dem Unfall von Patrick hatten wir uns ja vorgenommen vorausschauender zufahren. Hat nur leider nicht ganz geklappt, da Frank am vierten Fahrtag ebenso zu Boden ging, diesmal Glücklicherweise ohne Personenbeteiligung und Schmiergeldzahlungen. Frank wollte aus einer Kurve heraus während einer Abfahrt einen LKW überholen, dabei rutschte erst langsam das Vorder- und dann das Hinterrad weg, bevor er dann bei ca. 40km/h vom Fahrrad stürzte. Dabei sind die hinteren Gepäcktaschen samt Zelttasche vom Fahrrad geflogen und der Lenkertascheninhalt hat sich auf der ganzen Straße verteilt. Der Sturz verlief glücklicherweise ohne große Verletzungen ab und nach kurzem richten konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.

Was uns hier in Vietnam sehr begeistert, sind die sehr freundlichen Menschen die wir überall treffen, vorallem in den Dörfern durch die wir fahren. Überall ertönt ein „Hello“. Wir Winken und Grüßen immer freundlich zurück, in der Hoffnung gehört und gesehen zu werden. Aber hauptsächlich sind es die Kinder, aber auch die älteren Vietnamesen sobald Sie uns erblicken winken Sie uns zu und begrüßen uns. Das ist immer wieder ein tolles Gefühl mit so viel Freude und vorallem freundlichen Gesichtern empfangen zu werden.

Ein weiterer Punkt der uns während der täglichen Fahrt immer wieder schmunzeln lässt, ist was die Vietnamesen alles auf einem Motorrad transportieren können. Da für viele Vietnamesen ein Auto zu teuer ist, bleibt nur das Motorrad als Fortbewegungs- und Transportmittel zur Verfügung. Man kann hier schon wirklich mit dem Kopf schütteln, was und vor allem wie Gegenstände oder auch Tiere auf dem Motorrad transportiert werden. Es werden hier in Körben oder Boxen am Heck, Hühner, Ziegen oder sogar ganze Schweine transportiert. Aber auch bei Gegenständen gibt es nichts, was nicht geht. Hier sieht man z.B. Schränke, Säcke mit Reis oder Getreide die vor und hinter dem Fahrer gestapelt werden oder auch Palleten mit Eiern. Nachfolgend ein paar Bilder zur Verdeutlichung. 🙂

Für uns war Vietnam ein sehr schönes und extrem abwechslungsreiches Land, welches uns vom ersten Tag begeistert hat. Unsere Highlights waren neben den freundlichen Vietnamesen natürlich der Aufenthalt auf der Insel Cat Ba mit unseren Holländischen Freunden Elma, Albert und Everhard sowie das lebendige Hanoi und natürlich die imposante Berglandschaft auf unserem Weg nach Laos.

Nach Vietnam steht nun Laos auf dem Programm wo wir uns allerdings nicht so lange aufhalten werden, da wir uns vorgenommen haben zum 31.12. in Chang Mai (Thailand) zu sein, um dort Sylvester mit ein paar Jungs aus Thüringen zu feiern. Wir haben so einen ziemlichen straffen Zeitplan und Weihnachten werden wir wohl keinen radfreien Tag haben. Wirkliche Weihnachtsstimmung kommt hier bei uns irgendwie nicht auf. 🙂

Wir wünschen allen Lesern Frohe und Besinnliche Festtage.

Good Morning Vietnam !!!

Auf Vietnam haben wir uns richtig gefreut, da wir endlich mal wieder ein neues Land entdecken dürfen. Die Ausreise aus China war entspannt und verlief zügig. Wir wurden mit unseren Fahrrädern sogar bevorzugt behandelt, ein komplett anderes Bild im Vergleich zur Einreise Anfang September in China. Die Einreise in die Sozialistische Republik Vietnam war ebenso unkompliziert. Als erstes suchten wir nach Grenzübertritt einen Bankautomaten, um wieder flüssig zu sein. Der Kurs in Vietnam entspricht 1 zu ca. 27.000, d.h. 1 Euro sind 27.000 Vietnameische Dong. So hatten wir doch wieder mehrere Millionen nachdem abheben im Geldbeutel und müssen uns erst wieder an die Scheine mit den vielen Nullen gewöhnen. Bei unserem ersten Mittagessen haben wir einen Vietnamesen kennengelernt. Dieser hat in Wien Bauingenieurwesen studiert und ist seit einem halben Jahr zurück in Vietnam. Er sprach recht passabel Deutsch und so haben wir uns ein bisschen mit ihm unterhalten. Er hat uns ein wenig bei unserer Bestellung geholfen und uns am Ende sogar eingeladen.

Für uns ging es dann weiter Richtung Ha Long Bucht, wo wir uns die Insel Cat Ba anschauen wollten. Auf dem Weg dorthin haben wir ein Holländisches Trio aufgegabelt. Das Bestand aus Everhardt der in den Niederlanden gestartet ist und seinen Freunden Albert und Elma die ihn für 6 Wochen begleiteten. So beschlossen wir kurzerhand zusammen zu radeln, da Sie ebenfalls auf die Insel wollten.

Nach einer Übernachtung in Ha Long, ging es am nächsten Morgen mit der Fähre auf die Insel. Die Fähre fuhr entlang der vielen imposanten Karstberge und an Schwimmenden Fischerdörfern vorbei. So haben wir schon mal für kleines Geld eine kleine Tour durch die Ha Long Bucht bekommen. Mit der Fähre haben wir an der Nordseite angelegt und sind dann zusammen die 22 km zur Südseite der Insel geradelt. Die Fahrt über die Insel war traumhaft, fast wie im Paradies. Cat Ba ist definitiv einen Besuch wert. Angekommen auf der Südseite haben wir zuerst ein Hotel für uns gesucht und den Tag entspannt ausklingen lassen. Die nächsten Tage haben wir dann die Insel erkundet, im Meer gebadet und einfach mal nichts gemacht. In Cat Ba haben wir dann auch David Stanbridge wieder getroffen, den wir in Österreich und in China getroffen haben sowie Ralf aus Bad Tölz, der ebenfalls in Deutschland mit dem Fahrrad gestartet ist. So hatten wir jeden Abend beim Essen viel zu erzählen und konnten ein paar interessante Geschichten der anderen hören. Interessant ist dabei auch das die Höllander schon von uns gehört hatten. Da unser Kumpel Seth aus England ebenso mit ihnen ein paar Tage unterwegs war. So ist es schon interessant das unter den Radfahrern irgendwie jeder jeden kennt.

Nach 4 Tagen auf der Insel, ging es für uns dann am frühen Morgen mit dem Schnellboot nach Hai Phong. Von dort sind wir die ca. 110km bis in die Hauptstadt Hanoi geradelt.

In Hanoi haben wir fast eine ganze Woche verbracht. Wir haben ein Hostel im Old Quarter bezogen und waren somit mitten im Zentrum der Stadt. Hanoi hat einen besonderen Flair, sehr lebendig und hektisch. Besonders an den Verkehr in Hanoi muss man sich gewöhnen. Es sind ca. 80% Mopedfahrer auf den Straßen unterwegs die sich ihren Weg mit wildem Gehupe durch die Straßen bahnen. Auf den ersten Blick scheint , das es keine Regeln gibt und jeder Fährt wie er mag, aber nach einiger Zeit merkt man das der ganze Verkehr im Fluss ist und eigentlich jeder auf jeden achtet. Ebenso als Fußgänger braucht man ein bisschen Gewöhnung, ehe man sich bei fließenden Verkehr traut sich auf die andere Straßenseite zu kämpfen. So ist es bei diesem Verkehr nicht verwunderlich das Vietnam eines der Länder mit den meisten Verkehrstoten weltweit ist.

In Hanoi haben wir uns das Militärmuseum angesehen, in dem man viel über den Vietnam Krieg erfahren kann, haben unser Visum für Thailand beantragt und waren viel in den Kneipen im Old Quarter unterwegs. Wir haben uns auch nochmal mit unseren Niederländischen Freunden zum Essen getroffen und haben generell viele Leute die in Vietnam Reisen kennengelernt. An soviele Touristen müssen wir uns erst wieder ein wenig gewöhnen.

Vietnam hat uns bisher wirklich überrascht und ist von der ganzen Atmosphere und wie es auf uns wirkt deutlich angenehmer als China. Wir hatten eigentlich vermutet der Unterschied ist nicht so gravierend, aber dennoch fühlten wir uns hier gleich wohl. Die Menschen sind freundlicher und wirken offener. Für uns geht es nach Hanoi erst noch nach Ninh Binh, von da aus starten wir dann Richtung Laos.

Good Bye China !!!

Unser Weg nach Nanning der Hauptstadt der Provinz Guangxi, war durch Regen und wenig spektakuläre Landschaft geprägt. Hat es während unseres Besuches in Yangshuo schon nur geregnet, so war es an unserem Abreisetag auch nicht besser. Am Morgen ein kurzer Lichtblick durch Sonnenschein aber das war es dann auch schon mit Sonne für die nächsten Tage. Nachdem wir Yangshuo Richtung Süden verlassen haben, konnten wir noch ein wenig die beeindruckende Karstlandschaft genießen sowie warme Temperaturen. Wie schon im vorherigen Blogbeitrag erwähnt, haben wir Tom aus der Schweiz und Seth unseren Bekannten aus England in Guilin getroffen. Seth reist nur noch nach Hongkong und fliegt dann nach Hause, da seine Reisekasse am Ende ist. Tom hat ebenso vorgehabt nach Nanning zu fahren, um sein Vietnam Visum dort zu beantrage. So beschlossen wir gemeinsam zu fahren und hatten so mal wieder ein wenig Abwechslung in unserem Radalltag. Tom stammt aus dem Französischen Teil der Schweiz, lebt am Genfer See und von Beruf Lehrer. Am ersten Tag hielt Tom eigentlich auch gut bei unserem Tempo mit, allerdings die nächsten Tage wurde er doch spürbar langsamer und so haben wir doch öfters pausiert als uns lieb war. Aber nichtsdestotrotz war es für uns eine willkommene Abwechslung mit Tom zu radeln. Wie erwähnt hatten wir jeden Tag Regen und recht kalte Temperaturen von 10-12°C. Für alle Leser von zu Hause ist das vermutlich nicht kalt, da hier und da ja schon Schnee gefallen ist. Aber da wir deutlich wärmere Temperaturen gewöhnt sind, war es doch frisch. So haben wir es auch vorgezogen aufgrund des nassen Wetters, lieber Hotels zu beziehen als unser Camping Equipment jeden Tag klitschnass einpacken zu müssen.

Landschaftlich gab es auch nicht viel Neues. Wir fuhren durch viele Zuckerrohrfelder und fühlten uns manchmal ein wenig an zu Hause erinnert, aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung.

Am dritten Fahrttag gab es mal wieder ein bisschen Abenteuer für uns. Wir hatten ein Städtchen auf der Karte ausgemacht, indem wir uns ein Hotel suchen wollten. Als wir ziemlich spät kurz vor 5, in der Stadt ankamen, die dann doch eher ein Dorf war, mussten wir feststellen das es kein Hotel gibt. So hieß es weiterfahren zur nächsten Stadt. Laut Karte allerdings 40km Entfernung. Dunkel wird es gegen 18 Uhr und wir haben es bisher immer vermieden im dunkeln zu fahren. Tom hatte eine Chinesische SIM Karte und so Internet und konnte nach einiger Suche auf seinem Chinesischen Handy, eine Abkürzung empfehlen, die ca. 20km umfassen sollte. Es begann wieder zu regnen und es fing an zu dämmern. So sind wir unendlich lange durch Zuckerrohrfelder gefahren und haben immer mal wieder kleine Dörfer passiert. Hier wurden wir natürlich wie Außerirdische angestarrt mit unseren Fahrrädern und unserem nicht asiatischem Aussehen. Aber wir Grüßen dann immer mit einem freundlichen Nihao, um so ein wenig das Eis zu brechen, klappt nur nicht immer. Auf den kleinen Schleichwegen durch die Zuckerrohrfelder kamen uns in der Dunkelheit immer wieder Rollerfahrer entgegen, die wie üblich ohne Licht unterwegs sind. Vermutlich um Strom zu sparen und die Reichweite mit ihren E-Roller zu erhöhen. Nach dem es dann schon Stockdunkel war, haben wir wieder die Bundesstraße G72 erreicht und mussten hier noch ca. 14 km bis nach Chengxiang weiter. Die Straße war eine stark frequentierte. So ging es mit vollem Tempo bei Regen und Dunkelheit im 3er Gespann los. Wir zogen hier wieder an vielen Rollerfahrern vorbei die gänzlich ohne Licht unterwegs sind und das bei regennasser Fahrbahn, was bei uns immer nur noch Kopfschütteln auslöst. Als wir dann in Chengxiang gegen 19.30 Uhr endlich ankamen und gleich ein günstiges Hotel gefunden hatten, waren wir glücklich und erschöpft zugleich. So haben wir 132km an diesem Tag hinter uns gebracht.

Nach 4 Fahrtagen sind wir so in Nanning angekommen und hatten bei unserer Ankunft wieder ein bisschen das Problem ein Hostel zu finden. Die Hostel’s sind zwar auf unserer Karte eingezeichnet, allerdings fehlt jegliche Beschriftung an der Außenseite des Gebäudes. So kann man versuchen die Menschen auf der Straße zu fragen, nur verstehen die meist kein Englisch und wissen auch nicht was ein Hostel ist. Oder das Gebäude in welchem das Hostel zu finden sein sollte, ist einfach nicht mehr da. So haben wir uns dann nach 2 Stunden Suche, für ein etwas teureres Hotel entschieden. Am ersten Pausentag ging es dann für uns gleich Richtung Vietnamesischer Botschaft, um uns ein Monatsvisum zu besorgen. Das ging sehr unkompliziert und super schnell. Am folgenden Tag konnten wir unsere Reisepässe schon wieder abholen und so in Richtung Vietnamesische Grenze aufbrechen. Nach weiteren 2 Tagen Fahrt sind wir dann in Dong Xing, der Grenzstadt zu Vietnam angekommen und haben uns direkt in Nähe der Grenzation ein Hotel genommen. So geht nun unser Aufenthalt in China zu Ende und wir freuen uns darauf, nach über 2,5 Monaten in China endlich mal wieder ein neues Land entdecken zu können. Für uns geht es nach der Grenze zuerst Richtung der berühmten Ha Long Bucht, dort wollen wir mit der Fähre auf die Insel Cat Ba fahren und die Insel erkunden bevor wir dann die Hauptstadt Hanoi ansteuern.

Die 10000 km sind geschafft !!!

Die ersten Tage nach Guiyang, gab es für uns landschaftlich nicht viel Neues zu entdecken. Hauptsächlich viele Baustellen, dreckige Straßen und dadurch viel Staub. Die hüglige Landschaft ist gleichbleibend und hält immer wieder kleine Anstiege für uns bereit. Wir haben es jetzt auch geschafft endlich wieder zu zelten. Allerdings ist die Suche nicht immer so leicht und wirklich ruhige Nächte hatten wir meist auch nicht. Am Morgen haben wir meistens den Spaß, alles klitschnass einzupacken und im Laufe des Tages, wenn die Sonne scheint zu trocknen. Am dritten Tag nachdem Start, hatten wir den ganzen Tag leichten Nieselregen. Dieser wurde am Nachmittag stärker. Das erfreuliche für uns war an diesem Tag, das wir 10000 km geschafft haben. Es ist für uns schon eine gewaltige Zahl und wir sind sehr stolz, das wir das zusammen geschafft haben.  Eigentlich hatten wir vor an diesem Tag zu zelten, aber durch den immer stärker eisetzenden Regen entschieden wir uns für ein trockenes Hotelzimmer. Haben wir uns ja nach 10000 km auch redlich verdient. Hier haben wir dann erst mal unser ganzes Camping Equipment im Zimmer aufgehangen um alles wieder trocken zu bekommen. So hatten wir leichte Sichtbehinderung im Zimmer. 🙂

Ab Sandu fuhren wir immer entlang des Duliu Flusses und hatten für die nächsten Tage tolle Landschaften und eine sehr schöne Straße entlang des Flusses vor uns. Wir fuhren hier durch viele kleine Dörfer mit alten traditionellen Holzhäusern und netten Menschen. Der Süden von China ist bekannt dafür, das hier viele Minderheiten leben die einen sehr kleinen Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen. Diese Minderheiten haben ihre eigenen Traditionen und meist auch Kleidung, die vor allem von den Frauen getragen wird. So hatte fast jedes Dorf seine eigene Kleidung.

In einem kleinen Dörfchen haben wir nach einem Restaurant zum Mittagessen Ausschau gehalten. Nachdem wir eins gefunden hatten und fragten, wurden wir hereingewunken. Das ganze entpuppte sich aber als Familienfeier. Wir wurden daraufhin gleich eingeladen und durften mit essen. Es gab hier Hot Pot mit Fleisch und Gemüse und natürlich Reis. Uns wurde dann auch gleich Reisschnaps und Bier angeboten, da haben wir aber dankend abgelehnt, wir hatten ja noch ein paar Kilometer vor uns. Die Jungs am Tisch erklärten uns über den Handyübersetzter, dass es der letzte Tag des Weihnachtsfest oder Neujahrsfest ist, allerdings haben wir das dann nicht so ganz nachvollziehen können. Nach ein paar Selfies und Erklärungen über unseren Trip, ging es bei schönsten Wetter weiter entlang am Fluß. Am Abend fanden wir dann einen tollen Platz zum Campen, direkt am Fluss und konnten in sehr klarem Wasser baden.

Die nächsten Tage blieben wir am Fluss, aber das Wetter und die Straßen wurden schlechter. Wie immer in China haben wir viele Baustellen passiert und teilweise sehr kaputte Straßen befahren. Nachdem Regen, war dann alles ziemlich schlammig. Die Bikes und Taschen sahen so jeden Tag ziemlich dreckig aus.

Unser Ziel sollte Guilin sein, welches besonders durch seine berühmten Karstberge und die einzigartige Landschaft bekannt ist. Als wir kurz vor der Stadt eine kurze Pause gemacht haben, passierte uns ein Französisches Pärchen auf einem Tandem. Wir haben Sie in der Stadt dann wieder getroffen und sind zusammen ins Ease Hostel in Guilin gefahren. Die Beiden sind seit unserer Ankunft neben Solo.Stan mit dem wir eingereist sind, die ersten Radtouristen die wir in China treffen und es war schön mal ein paar andere Radler zu hören. Im Hostel haben wir dann auch Tom aus der Schweiz getroffen, der ebenfalls eine Radtour durch Südostasien macht. Besonders freuten wir uns auch auf Seth aus England den wir bereits in der Türkei getroffen haben. Wir haben immer wieder versucht uns zu sehen und in Guilin sollte es nun endlich klappen. So konnten wir wieder ein paar coole Stories hören und haben einige Erfahrungen austauschen können.

Guilin ist vorallem durch die berühmten Karstberge bekannt welche viele Touristen anziehen So gibt es in der Stadt viele Parks, Berge und Höhlen zu besichtigen. Allerdings wird hier für jede einzelne Anlage ordentlich Geld verlangt, typisch China eben. Für das Wahrzeichen der Stadt den Elefantenrüsselberg muss man stolze 15 Euro zahlen, um nur einen Blick auf das Loch im Fels werfen zu können. Frank hat sich die Schilfrohrflötenhöhle angeschaut, die selbst schon vom Staatsoberhaupt Xi Xingping besucht wurde. Die Tropfsteinhöhle ist wirklich beeindruckend und riesengroß. Durch die farbige Beleuchtung entsteht eine tolle Atmosphäre und setzt das ganze exzellent in Szene. Patrick war mit Tom in 7 Bikeläden um ein Paar Griffe für ihn zu finden, doch Qualität ist Mangelware. Alles in allem haben wir 3 Nächte in Guilin verbracht, um uns zu erholen 🙂

Nach Guilin ging es noch in den Touristen Ort Yangshuo, der auf unserem Weg nach Nanning liegt. Hier gibt es noch weitaus höhere und imposantere Karstberge als in Guilin zu besichtigen. Die Stadt ist eine Touristenmagnet, überall Bars und Restaurants und man sieht hier überdurchschnittlich viele Nichtasiaten sowie wird man überall auf der Straße und vor den Restaurants auf Englisch angesprochen, untypisch für China. Die Landschaft ist wirklich einzigartig, allerdings hatten wir ziemlich schlechtes Wetter und so nicht den besten Ausblick. Nach einem weiteren Tag Pause in Yangshuo geht es für uns weiter nach Nanning. Dort wollen wir unser Vietnam Visum beantragen, d.h. so langsam neigt sich unser China Aufenthalt dem Ende entgegen.

Hier noch ein paar Eindrücke von Yangshuo